Am Dienstag verstarb eine Frau, die beim Kreisel in Fislisbach zusammengebrochen war. Eine Passantin schlug zwar sofort Alarm, vom nahe gelegenen Kantonsspital Baden aus hätte eine Ambulanz in wenigen Minuten vor Ort sein können. Dass es aber 23 Minuten dauerte, bis ein Rettungsfahrzeug eintraf, löste bei der Ersthelferin und in der Öffentlichkeit Erstaunen und Unverständnis aus.

Ambulanz wurde in Baden vermutet

Jetzt ist klar, wie es dazu kam: Die beim Kantonsspital Aarau angesiedelte kantonale Einsatzleitzentrale war gar nicht darüber im Bild, dass beide Ambulanzfahrzeuge des Kantonspitals Baden besetzt waren und man daher wohl besser auf einen anderen Rettungsdienst in der Nähe ausgewichen wäre, der schneller hätte vor Ort sein müssen.

Falschen Knopf gedrückt

Die Ambulanzen melden ihren Status der Einsatzzentrale über ein Datenfunkgerät. Die zum Notfall in Fislisbach aufgebotene Ambulanz hatte Status 6 gemeldet: den letzten Einsatz beendet und wieder einsatzbereit zurück in der Heimbasis, also im Kantonspital Baden.

Korrekt wäre aber die Meldung von Status 5 gewesen: Einen Patienten im Kantonsspital Aarau abgeliefert und jetzt wieder auf dem Rückweg nach Baden. Wie es zu dieser Falschmeldung kam, ist nicht endgültig geklärt. Man muss aber davon ausgehen, dass der Rettungssanitäter schlicht aus Versehen eine falsche Taste gedrückt hat.

7 Minuten zu spät

Erst als der Rettungswagen nicht zum erwarteten Zeitpunkt am Unfallort in Fislisbach eingetroffen war, stellte man über eine GPS-Ortung fest, dass er von Aarau aus gestartet war. Dadurch ergab sich eine Verzögerung, die 7 Minuten über der Zielvorgabe lag, die bei mindestens 80 Prozent der Rettungseinsätze erreicht werden sollte: spätestens 15 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort.

Als der Irrtum bemerkt wurde, hätte es keinen Sinn mehr gemacht, einen anderen Rettungsdienst aufzubieten. Der Wagen, der auf dem Rückweg von Aarau her zum Notfall in Fislisbach unterwegs war, war zu diesem Zeitpunkt tatsächlich das schnellste Einsatzmittel. (mou)