Im Mai hatte die Zürcher Polizei einen 44-jährigen Mann, der im Kanton Aargau wohnt, festgenommen. Er wurde verdächtigt, sexuelle Handlungen mit Kindern begangen zu haben. Der Mann hatte sich Anfang Mai mit einer Chat-Partnerin zu einem Treffen verabredet. Bei der Frau handelte es sich in Wirklichkeit um einen Spezialisten der Kantonspolizei Zürich.

Der Verdächtige brachte seine dreijährige Tochter zum Treffen mit. Diese hätte als Zuschauerin an den sexuellen Handlungen zwischen dem Verhafteten und seiner Chat-Partnerin teilnehmen können, teilte die Zürcher Polizei damals mit. Polizisten warteten am vereinbarten Treffpunkt auf den Mann und verhafteten ihn. Nach der ersten polizeilichen Befragung zum Motiv und Umfang der Handlungen wurde der mutmassliche Straftäter der Staatsanwaltschaft übergeben. Spezialisten der Kantonspolizei Zürich und des Kompetenzzentrums Cyber-Crime der Zürcher Staatsanwaltschaft nahmen die Ermittlungen auf. Die Tochter wurde in die Obhut ihrer Mutter gegeben. Diese lebt als Partnerin mit dem Verhafteten zusammen.

Allfälliger Therapiebedarf wird geprüft

Dieser Zeitung liegt ein Hinweis vor, wonach der mutmassliche Sexualstraftäter aus der Untersuchungshaft entlassen worden und wieder zurück bei seiner Familie in einem kinderreichen Quartier in einer relativ kleinen Aargauer Gemeinde ist. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Zürich bestätigt die Freilassung. Sie sei erfolgt, weil es keine Haftgründe mehr gab.

Was haben die Abklärungen zum Umfang der strafbaren Handlungen des Aargauers ergeben? Aufgrund des nach wie vor laufenden Ermittlungsverfahrens kann die Zürcher Staatsanwaltschaft diese Frage derzeit nicht beantworten. Der mutmassliche Sexualstraftäter, der in einschlägigen Foren im Darknet kinderpornografische Bilder angeboten sowie eigene sexuelle Handlungen mit Kindern beschrieben haben soll, befindet sich derzeit in keiner Therapie. «Ein allfälliger Therapiebedarf wird im Rahmen des noch laufenden Verfahrens geprüft werden», sagt Sprecher Christian Philipp von der Zürcher Staatsanwaltschaft.

Familien kommen bald aus den Ferien zurück

In den nächsten Wochen würden einige Familien aus den Ferien zurückkommen und feststellen, dass der mutmasslich pädophile Sexualstraftäter wieder da ist, was laut Hinweis zu Auseinandersetzungen führen dürfte, da viele wüssten, wo der Verdächtige während der längeren Abwesenheit war.

Im Mai schrieb die Zürcher Kantonspolizei in einer Mitteilung, dass der Aargauer ausserdem Interesse an Sextreffen mit erwachsenen Müttern und deren Kindern gezeigt habe.