Bauberufe

Toby soll für guten Nachwuchs im Aargauer Baugewerbe sorgen

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Der Baumeister-Verband reagiert auf die schlechte Nachwuchs-Situation im Baugewerbe und lanciert eine neue, aufwendige Kampagne zur Förderung der Bauberufe. Identifikationsfigur Toby soll Vollgas geben.

«Wir haben uns dazu entschlossen, auf der Suche nach gutem Nachwuchs für das Baugewerbe Vollgas zu geben», sagt Peter Meyer, Präsident der Bildungskommission im Baumeister-Verband Aargau.

Vollgas heisst auch Investition. Der Verband investiert eine sechsstellige Summe für eine Kampagne, die von der Dättwiler Werbeagentur Mehrwert ausgearbeitet worden ist.

Identifikationsfigur geschaffen

Die Kampagne basiert auf der extra dafür geschaffenen Identifikationsfigur Toby. Toby spricht die Sprache der jungen Leute und ist mit Facebook und Twitter dort präsent, wo sich diese überwiegend ihre Informationen besorgen. Toby winkt zudem von grossen Blachen auf den Aargauer Baustellen und Toby geht auch auf Tour.

Erstmals zu sehen ist er an der Aargauischen Berufsschau, die vom 3. bis 8. September in Lenzburg stattfindet. Er verteilt nicht nur modische Sonnenbrillen im klassischen Baumeister-Orange, Energydrinks, Werbekleber, Bleistifte oder T-Shirts.

Toby will vor allem informieren und beraten. Lehrer, Eltern und Jugendliche sollen erfahren, unter welchen Voraussetzungen man in die Bauberufe wie Maurer oder Verkehrswegbauer einsteigen kann und welche Aufstiegschancen sich dort bieten.

Rekord-3-D-QR-Code geplant

Berufsinteressentinnen und -interessenten, aber auch «normale» Besucherinnen und Besucher können in Lenzburg auch gleich Hand anlegen.

Die Baumeister wollen einen Schweizer Rekord schaffen und aus Backsteinen und Mörtel den schweizweit grössten, dreidimensionalen QR-Code bauen. Wohin der Code am Ende führt, bleibt vorderhand das Geheimnis der Baumeister. Eine Belohnung für all jene, die an diesem Code mitarbeiten, ist jedoch in Aussicht gestellt.

Schwache Jahrgänge kommen

Die Nachwuchs-Situation im Baugewerbe hat sich vor allem von 2008 bis 2012 massiv verschlechtert. 2008 konnten laut Verbandsgeschäftsführer Pascal Johner noch 136 Lehrverhältnisse im Bereich Maurer sowie 35 im Bereich Strassenbauer abgeschlossen werden.

Vier Jahre später waren es noch 78 und 23 Lehrverhältnisse. «Auf dieses Jahr hat sich die Situation wieder etwas entspannt. Für 2013 sind aktuell 107 Lehrverträge im Bereich Maurer und 23 im Bereich Strassenbau unterzeichnet. Bis Ende Monat kommen allenfalls noch ein paar dazu», erklärt Johner.

Ob damit die Trendwende geschafft sei, wisse er allerdings nicht. Und wenn auch: «Unsere Offensive haben wir vor allem auch gestartet, weil jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge ins Ausbildungsalter kommen. Dafür möchten wir gerüstet sein», sagt Ausbildungschef Peter Meyer.

Daneben möchte der Verband auch eine Qualitätssteigerung erreichen. Mit dem Durchhaltewillen der Lernenden, war an einer Medienkonferenz in Villmergen zu erfahren, habe es in den vergangenen Jahren etwelche Probleme gegeben. Zeitweise hätte jeder 5. Lernende seine Ausbildung abgebrochen. Mit speziellen Stütz- und Fördermassnahmen konnte der Verband diesbezüglich zwar Gegensteuer geben.

Dennoch: «Der Schulsack der Lernenden, die aus der Volksschule kommen, schrumpft. Aber auch wir brauchen Leute, die gut rechnen und schreiben können», bedauern die Lehrmeister.

Zuverlässige Volksschüler mit Sozialkompetenz und Engagement sind als Lernende im Baugewerbe nach wie vor sehr willkommen. Gefragt seien aber auch junge Leute mit höherer Schulbildung. «Denn wir brauchen nicht nur Lernende, wir brauchen auch immer wieder Nachwuchs in den Kaderpositionen», betont Peter Meyer.

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