Ein Tier aus den Ferien nach Hause mitzunehmenm kann zu ungeahnten Problemen und heftigen Konsequenzen führen. Das hat erst kürzlich eine Aargauer Familie erfahren, als sie einen zwölf Wochen alten Chow-Chow aus dem Türkei-Urlaub mitnahm.

Denn ihr neuer Liebling war nicht gegen Tollwut geimpft – was gegen das Gesetz verstösst. Wegen des möglichen Ansteckungs-Risikos für Mensch und Tier wurde er in Quarantäne gesetzt. Ihm droht sogar die Einschläferung. 

Drama nach Türkei-Ferien: Dieser Chow-Chow wird eingeschläfert

Drama nach Türkei-Ferien (23. Mai)

Kurzerhand nimmt eine Familie im Urlaub den jungen Vierbeiner mit. Doch weil der keine Tollwut-Impfung hat, muss er vermutlich eingeschläfert werden.

Und der Chow-Chow ist kein Einzelfall: Der Kantonale Veterinärdienst im Aargau ist immer wieder mit den Folgen von aus den Ferien mitgebrachten Tieren konfrontiert. Häufig werden beim illegalen Import wichtige Tierseuchenbestimmungen missachtet. 

Ein besonders hohes Risiko sind dabei Tiere, die aus Ländern mit Tollwutgefahr stammen. «Die Krankheit ist vom Tier auf den Menschen übertragbar und verläuft ohne Behandlung unmittelbar nach der Infektion immer tödlich», erklärt Kantonsärztin Barbara Thür. Da es bei ersten Krankheitsmerkmalen für eine Behandlung bereits zu spät ist, müssen Tiere, die entsprechende Anzeichen aufweisen, in jedem Fall eingeschläfert werden.

Was sollte also beachtet werden, wenn man ein Tier aus dem Ausland in die Schweiz importiert? Laut Thür müssen zumindest der Nachweis einer korrekten Tollwutimpfung und ein Heimtierausweis vorliegen. Zudem sollte das Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. 

Bei der Aufnahme eines Tieres aus einem Tollwutrisikoland wie der Türkei, Kroatien oder Ungarn sind weitere Abklärungen erforderlich. Denn es besteht die Gefahr, dass dieses Tierseuchen oder Erreger einschleppt, die in der Schweiz kaum mehr vorkommen oder unbekannt sind.

Haustiere im Urlaub 

Wer sein Haustier ins Ausland mitnehmen möchte, sollte sich daher gut über die Bestimmungen informieren. Andernfalls riskiert man, dass das eigene Tier an der Grenze zurückgehalten wird.

Vorsicht gilt ausserdem bei Inseraten von ausländischen Tierhilfeorganisationen und Auffangstationen. «Die vermittelten Tiere haben oft eine unbekannte Vergangenheit und Herkunft», so Thür. Diese könnten bei ihrem Umzug in eine ungewohnte Umgebung daher starke Wesensänderung zeigen. Wie bei jeder Anschaffung eines Haustieres gilt deshalb: Die Aufnahme sollte nie spontan oder aus reinem Mitleid erfolgen, sondern gut überlegt sein.

Der Tierarzt oder die Tierärztin sind hierfür der richtige Ansprechpartner. Wichtige Informationen zu den länderspezifischen Einfuhr- und Reisebestimmungen für Hunde und Katzen finden Sie unter www.tierischreisen.ch. (cki)