Wasserzinsstreit
Tiefe Strompreise: Klare Absage an Avenir-Suisse-Idee

Energiedirektor Stephan Attiger hält nichts von der Idee, Wasserrechtskonzessionen an den Meistbietenden zu verkaufen und rechnet fest mit einer Erhöhung der Wasserzinse.

Mathias Küng
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Schon im Juli hat sich Attiger für die Wasserzinserhöhung per 2015 ausgesprochen.

Schon im Juli hat sich Attiger für die Wasserzinserhöhung per 2015 ausgesprochen.

Ueli Wild

Hinter den Kulissen tobt der Kampf, ob angesichts äusserst tiefer Strompreise die vom Parlament schon vor Jahren genehmigte Wasserzinserhöhung um 10 Prozent per 2015 überhaupt realisiert werden soll. Immerhin belastet die Erhöhung die Konsumenten um 50 Millionen Franken jährlich.

Die bürgerliche Denkfabrik Avenir Suisse bereichert diese Debatte jetzt um einen radikal neuen Vorschlag: Sie schlägt vor, den Wasserzins abzuschaffen und stattdessen neu eine Wasserrechtskonzession an den Meistbietenden zu versteigern. Damit würde das Wasserzinsregime durch eine einmalige Zahlung abgelöst. Diesen Vorschlag macht Avenir Suisse auch vor dem Hintergrund der Subventionsdebatte für die Grosswasserkraft (vgl. Hauptartikel).

Stephan Attiger

Stephan Attiger

Alex Spichale

Für höheren Wasserzins

Schon im Juli hat sich Attiger in der az für die Wasserzinserhöhung per 2015 ausgesprochen: «Mit einer solchen Intervention würde man die derzeitige negative Strompreisentwicklung nicht stoppen, sondern im Gegenteil besiegeln. Die Energie muss aber ihren Preis zahlen.» Die Haltung des Aargaus in dieser Frage, die die Gebirgskantone enorm umtreibt, ist nicht ganz uneigennützig. Schliesslich gehört der Aargau auch zu den grossen Wasserkraftkantonen.

So erhält er mit 45 Millionen Franken jährlich (Budget 2014) von allen Kantonen am fünftmeisten Wasserzins. Und er rechnet fest mit der Wasserzinserhöhung. Im Budget 2015 erwartet er hier 10 Prozent mehr Einnahmen, gesamthaft knapp 50 Millionen Franken.