«Tritt Ecopop-Thommen gegen die eigene Partei an?», fragte die az Ende März. Damals koketierte der bekannteste Aargauer Vertreter der Ecopop-Initianten damit, sich für den Verein zu den Nationalratswahlen aufstellen zu lassen. Gleichzeitig betonte Thommen, der einst Präsident der Grünen Aargau war, aus der Partei der Grünen auszutreten, falls er für die Ecopop ins Rennen steigt. Der az sagte Thommen im März: «Man kann in Sachfragen unterschiedlicher Meinung sein, aber als Mandatsträger sollte man schon die Parteilinie vertreten», sagt Thommen. Deshalb würde er bei einer Nomination den Parteiaustrittt geben. Das sei mit ein Grund, weshalb die Kandidatur für ihn noch offen ist.

Nun scheint sich Thommen entschieden und seine Meinung geändert zu haben. Gegenüber dem Tages-Anzeiger bestätigt er nicht nur, dass er auf der Liste der Aargauer Ecopop jetzt definitiv in den Nationalrat will, Thommen betont auch, dass das nicht unbedingt ein Grund sei, bei den Grünen den Parteiaustritt zu geben. Eigentlich, so sagt er im Tagi, wolle er nicht unbedingt austreten, da er die Politik seiner Partei nach wie vor in vielen Punkten mittrage.

Fricker: Parteisaustritt wäre konsequent

Das passt den Grünen nicht. Die Jungen Grünen verlangten schon kurz nach der Abstimmung über die Ecopop-Initiative, welche den Ausländeranteil radikal einschränken wollte, dass Thommen aus der Partei austreten solle. Seine Positionen seinen nicht kompatibel mit den Grundsätzen der Grünen. Soweit kam es dann vorläufig nicht. Grünen-Präsident Jonas Fricker ging diese Forderung damals zu weit. Jetzt aber findet er, Thommen müsste konsequenterweise den Parteiaustritt geben, wenn er gegen die eigene Partei antritt, so Fricker im Tage. Er erwarte, dass Thommen zu diesem Schluss komme.