Bald eine Woche ist seit der Verhaftung von Thomas N., dem Mörder von Rupperswil, vergangen. Nach fast fünf Monaten der Ermittlungen konnte die Bevölkerung endlich aufatmen. Trotzdem sind noch viele Fragen offen: Wie kam die Polizei auf die Spur des Mörders? Welches Strafmass erwartet den Mörder von Rupperswil nun? Und was für ein Mensch ist Thomas N.?

Darüber diskutierten in der Sendung «TalkTäglich» am Dienstagabend gleich drei Experten: Der forensische Psychiater Frank Urbaniok, Regierungsrat Urs Hofmann – und Roland Wenger, der Mediensprecher der Fussballvereine FC Sarmenstorf und SC Seengen, für die Thomas N. Junioren trainierte. 

Ein erschreckendes Bild der Person Thomas N. lieferte FC-Mediensprecher Wenger gleich zu Beginn der Sendung: Der Mörder von Rupperswil habe sich erst kürzlich noch mit Fussball-Kollegen über die schreckliche Tat unterhalten – und habe sie im Gespräch höchstwahrscheinlich auch beurteilt. 

«Das macht die ganze Geschichte noch verrückter»

«Das macht die ganze Geschichte noch verrückter»

In der Sendung «TalkTäglich» und gegenüber Journalisten  von «Tele M1» schildert Roland Wenger, Sprecher der «Seetal Selection», dass sich der Täter vor Kurzem an einer Diskussion zum Vierfachmord in Rupperswil beteiligt hat.

«Er stand an der Seitenlinie und verfolgte ein Junioren-Spiel», erklärte Wenger gegenüber Moderator David Kaufmann. «Als sich Personen über den Mordfall von Rupperswil unterhielten, hat auch er sich an der Diskussion beteiligt.» Dies mache die ganze Geschichte noch viel verrückter, fügte Wenger an.

Die Tatsache, dass sich Thomas N. wie ein «normaler Gesprächsteilnehmer» an dieser Diskussion beteiligte, erklärt sich der FC-Mediensprecher so: «Für mich sieht es so aus, als habe der Täter mühelos zwischen seinem ‹normalen Leben› und seinem Leben als Mörder wechseln können.» Es sei wohl gerade der Fussballplatz, der ihm ermöglichte, sein «anderes Leben» abzuschalten.

Bereits vor der «TalkTäglich»-Sendung sagte Wenger gegenüber Tele M1, dass mehrere Personen der beiden Fussballvereine mit Thomas N. engen Kontakt hatten. Speziell erwähnt der Mediensprecher eine Person, die sowohl am 20., als auch am 22. Dezember – also einen Tag vor und nach der Bluttat – mit dem Mörder telefoniert haben soll.

«Diesem FC-Mitglied ist während des Gesprächs nichts Spezielles aufgefallen», erklärt Wenger und ergänzt: «Das unterstreicht die These, dass man dem Täter bis zu seiner Verhaftung nichts anmerkte.» Es sei nicht nachvollziehbar, wie man eine solche Gräueltat einfach beseiteschieben und normal weiterleben könne.    

Gerichtspsychiater Frank Urbaniok vermutet gegenüber Tele M1 gar, dass es für den Mörder ein besonderer «Kick» gewesen sein muss, mit anderen über die Tat zu sprechen. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem «besonderen Gefühl der Überlegenheit und des Machtgefühls». 

«Der Täter ist eine Person, die durch Emotionen nicht gehemmt oder gebremst wird», erklärt der Gerichtspsychiater und spricht von einer unglaublichen Kaltblütigkeit des Mörders. 

«Möglicherweise ist es ein besonderer Kick»

«Möglicherweise ist es ein besonderer Kick»

Bei «Tele M1» schätzt der Gerichtspsychiater Frank Urbaniok das Verhalten des Täters ein.

Realisation: Elia Diehl