Thierry Burkart präsidiert die Sektion Aargau des TCS und ist in- und ausserhalb des Parlaments bekannt als prononcierter Verkehrspolitiker. Nun gab er an der Delegiertenversammlung (DV) der Sektion Aargau am Freitagabend völlig überraschend bekannt, auf die DV 2020 dieses Amt abzugeben. Dies hat auch seinen Rücktritt aus den Organen des TCS Zentralclubs zur Folge. Burkart ist auch Vizepräsident des TCS Schweiz.

Angesichts seiner hohen Präsenz in der nationalen Verkehrspolitik erstaunt diese Ankündigung. Ist ihm die Verkehrspolitik verleidet? Burkart verneint dies: «Gar nicht. Aber nach rund zehn Jahren ist an der Spitze der Sektion Aargau und auf nationaler Ebene ein Wechsel angezeigt.» Er werde dem TCS treu bleiben und sich weiter für die Förderung verschiedener Verkehrsmittel (Schiene und Strasse) einsetzen, die den Bürgern die freie Verkehrsmittelwahl garantiere.

Seit acht Jahren Präsident

Doch warum gibt Burkart dies so kurz vor den Wahlen bekannt? Er wolle mit offenen Karten spielen, und dem Verband genug Zeit geben, um die Nachfolge zu regeln, sagt er. Zudem wolle er nicht, dass sein Rücktritt im Frühling 2020 in einen Zusammenhang mit dem Ausgang der Ständeratswahlen gebracht würde. Wie auch immer sie herauskämen.

Burkart wurde von der DV der Sektion Aargau 2008 in den Vorstand und 2011 zum Präsidenten gewählt. Im gleichen Jahr erfolgte seine Wahl in den Verwaltungsrat des TCS Schweiz, und 2012 zu dessen Vize-Präsidenten. Burkart präsidiert den politischen Ausschuss des Verwaltungsrates. Seit 2015 ist er Nationalrat, und dort Mitglied der Verkehrskommission.

Verfechter des Sechs-Spur-Ausbaus

Burkart hat in Bern aus Aargauer Sicht einiges bewirkt. So war er massgeblich am Aufbau des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) beteiligt. Er kämpfte an vorderster Front für einen rascheren als vom Bundesrat geplanten Ausbau der A1 im Aargau auf sechs Spuren. Der Bundesrat ist jetzt auf diese Linie eingeschwenkt, die auch von der Aargauer Regierung gefordert wird. Burkart beantragte in der Verkehrskommission erfolgreich, dass der Bund jetzt doch seinen Beitrag an das Agglomerationsprogramm «Aargau Ost» bezahlt. Auf seine Vorstösse in Bern sind auch die Zulassung des Rechtsvorbeifahrens und die Erhöhung der Geschwindigkeit auf 100 km/h für Fahrzeuge mit Anhängern auf der Autobahn zurückzuführen.

Schliesslich engagiert er sich im überparteilichen Politikerkomitee, das den raschen Ausbau der SBB- Linie zwischen Aarau und Zürich fordert. Im Komitee sind auch die Nationalräte Cédric Wermuth (SP), Ueli Giezendanner (SVP), Ruth Humbel (CVP), Verkehrsdirektor Stephan Attiger (FDP) und Hans Ruedi Hottiger (CVP) als Vizepräsident der Gemeindeammänner-Vereinigung. Die Bahnlinie ist im Aargau heute schon massiv belastet. Das Komitee machte bei Bund und SBB mit einer Petition Druck. Der Bund ist inzwischen auf seine Forderung eingeschwenkt.

Thierry Burkarts Karriere in Bildern: