Herr Burkart, Sie pochten in der Verkehrskommission und via Standesinitiative dringend auf sechs A1-Spuren im Aargau. Warum?

Thierry Burkart: Mit durchschnittlich 130 000 Fahrzeugen pro Tag ist die A1 im Aargau eine der drei meistbefahrenen Strassen in der Schweiz. Sie ist aber nach wie vor grösstenteils nur vierspurig und daher völlig überlastet. 2016 staute sich der Verkehr während 346 Tagen. Der grösste Teil des Verkehrs auf dem Aargauer Abschnitt der A1 ist regionaler Verkehr. Bei Verkehrsüberlastungen weichen viele Verkehrsteilnehmer auf die Kantonsstrassen aus und fahren mitten durch Dörfer und Städte. Das führt dort zu zusätzlicher Verkehrsüberlastung. Eine Korrektur ist also im Interesse der Aargauer Bevölkerung und Wirtschaft dringend nötig.

«Bern» wollte die A1 ausbauen, aber erst bis 2040. Warum?

Die Verantwortlichen waren der Auffassung, dass der Sechsspurausbau im Aargau nicht so dringend sei, und wollten anderen Projekten den Vorzug geben. In Bern herrscht ein harter Verteilkampf. Ich freue mich daher sehr, dass es gelungen ist, die beiden zusätzlichen Spuren der A1 voraussichtlich um mindestens zehn Jahre vorzuziehen.

Sie blieben hartnäckig, jetzt klappts. Was gab den Ausschlag?

In der Politik kann man nur etwas erreichen, wenn man geduldig und hartnäckig kämpft. Ich habe immer wieder viele Gespräche auf verschiedensten Ebenen geführt. Schliesslich wurde mir gesagt, dass meine Argumente überzeugt hätten. Vielleicht hatte man aber auch einfach genug von meinem «Gstürm». (lacht) Es ist aber nicht allein mein Verdienst. Ich hatte von Beginn weg eine gute Zusammenarbeit mit Regierungsrat Stephan Attiger und seinen Leuten, die sich sehr engagiert und das Projekt vorangetrieben haben. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass es schliesslich Bundesrätin Doris Leuthard war, die dem Bundesrat einen Entscheid in unserem Sinn vorgeschlagen hat.

Erachten Sie die jetzigen Pläne als ausreichend?

Wir müssen uns dafür einsetzen, dass der Ausbau bereits in den nächsten Ausbauschritt kommt. So haben wir die Chance, dass er sogar schon 2020 freigegeben wird. Zudem werde ich mich dafür engagieren, dass die übrigen Aargauer Strecken vor 2040 ausgebaut werden. Es gibt also weiterhin viel zu tun.

Beschlossen ist noch nichts. Wo sind politische Stolpersteine?

Der Verteilkampf unter den Kantonen ist hart. Zurücklehnen können wir uns nicht. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass das Parlament so entscheidet, wie es der Bundesrat jetzt vorschlägt.

Aber ist der Zeithorizont überhaupt realistisch?

Der Kanton Aargau hat bereits viele Vorarbeiten für die Umsetzung gemacht, weshalb relativ rasch projektiert werden kann. Leider ist bei solchen Projekten immer mit Einsprachen zu rechnen.