Nationale Abstimmung

Teuer und klimatechnisch «ein Desaster»: Aargauer Frauen wollen keine «Luxus-Kampfjets»

Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 27. September über die Beschaffung von neuen Kampfjets. Der Abstimmungskampf läuft. (Archivbild)

Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 27. September über die Beschaffung von neuen Kampfjets. Der Abstimmungskampf läuft. (Archivbild)

Im Vorfeld der Abstimmung vom 27. September hat sich im Aargau ein prominentes und linkes Frauenkomitee gegen die Anschaffung von Luxus-Kampfjets formiert. Darunter sind Yvonne Feri, Gabriela Suter (beide SP) und Iréne Kälin (Grüne).

Für das Frauenkomitee gibt es vielfältige Gründe, wieso der Kredit für die Beschaffung neuer Kampfjets abgelehnt werden sollte, der am 27. September zur Abstimmung kommen wird. «Die Anschaffung neuer Kampfjets kostet sechs Milliarden Franken – doch das ist nur die halbe Wahrheit. Über ihre gesamte Lebensdauer würden uns die neuen Kampfjets um die 24 Milliarden Franken kosten», lässt sich SP-Nationalrätin Yvonne Feri in der Medienmitteilung des Komitees am Donnerstag zitieren. Diese Ausgaben seien gerade hinsichtlich der durch Corona ausgelösten Wirtschaftskrise «unverantwortlich», findet SP-Nationalrätin Gabriela Suter.

Für das Aargauer Frauenkomitee sprechen nicht nur die Kosten gegen die Beschaffung der Jets. Von grüner Seite kommt Kritik in Sachen Klimaschutz, denn ein Kampfjet verbrauche 5000 Liter Kerosin pro Stunde — damit könnte ein normaler PKW 2,5 Mal um die Erde fahren. Vera Becker, Vizepräsidentin Junge Grüne: «Die Schweizer Luftwaffe ist für den Ausstoss von jährlich ca. 120'000 Tonnen CO2 verantwortlich. Kampfjets sind aus ökologischer Sicht schlicht und einfach ein Desaster.»

Prominente Argauer*innen haben sich zu einem Nein-Komitee gegen die Beschaffung von Kampfjets zusammengeschlossen.

Prominente Argauer*innen haben sich zu einem Nein-Komitee gegen die Beschaffung von Kampfjets zusammengeschlossen.

Auch Irène Kälin, Nationalrätin Grüne, sieht eine falsche Prioritätensetzung: «Die Milliarden sollen stattdessen in den Klimaschutz, in die Bildung, in die Umsetzung der Gleichstellung und in den Schutz und die Prävention von Gewalt an Frauen und Kinder investiert werden.»

So rufe das Aargauische Frauenkomitee die Bevölkerung dazu auf, am 27. September ebenfalls Nein zu den Kampfjet-Milliarden zu sagen. (mma)

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