Teststrategie
250 Aargauer Unternehmen wollen regelmässig testen – sie müssen aber noch bis im Mai warten

Der Regierungsrat hat 1,5 Millionen Franken für repetitive Coronatests in Schulen, Firmen und sozialmedizinischen Institutionen bewilligt. Mit den regelmässigen Tests sollen Personen ohne Symptome entdeckt werden.

Noemi Lea Landolt
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Unternehmen im Aargau können frühestens im Mai am Massentest-Projekt teilnehmen. (Symbolbild)

Unternehmen im Aargau können frühestens im Mai am Massentest-Projekt teilnehmen. (Symbolbild)

Keystone

Nicht alle Personen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, entwickeln Krankheitssymptome. Trotzdem können sie das Virus weiterverbreiten. Mit regelmässigen Coronatests, beispielsweise in Schulen oder Firmen, sollen auch Personen ohne Symptome entdeckt werden.

Im Aargau startete am 3. März ein Pilotprojekt mit repetitiven Tests. Der Pilot wird nun in ein Hauptprojekt überführt, das den Zeitraum von April bis September abdeckt. Die Regierung hat für das Hauptprojekt 1,5 Millionen Franken bewilligt, wie der Kanton mitteilt.

Die drei Schwerpunkte liegen weiterhin auf Tests in Betrieben, Schulen und sozialmedizinischen Einrichtungen. Interessierte Firmen können sich seit dem 19. März auf der Website des Kantons registrieren.

Bisher haben sich 250 Unternehmen mit zirka 30000 Mitarbeitenden angemeldet. Sie brauchen allerdings noch Geduld. Laut Mitteilung der Staatskanzlei soll in den Firmen «schrittweise» und «frühestens Anfang Mai» mit dem Testen begonnen werden.

Organisation der Massentests braucht Zeit

Der Aufbau der Infrastruktur und die Komplexität des Vorhabens – insbesondere im Bereich der IT und Logistik – erforderten einen gewissen Vorlauf, teilt das Gesundheitsdepartement mit. Dieser könne nicht abgekürzt werden.

Beat Bechtold, Direktor der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, zeigt Verständnis, dass es noch etwas dauert, bis mit dem Testen begonnen werden kann. Gleichzeitig hofft er, dass es vielleicht doch nicht Mai wird. Bechtold sagt:

«Die Firmen sind bereit und je früher sie starten können, desto besser.»

Er ist überzeugt, dass die ­repetitiven Tests ein gutes Frühwarn-System sind.

Der Kanton will dereinst bis zu 200'000 Tests pro Woche durchführen. Bis wann dieses Ziel erreicht werden soll, lasse sich heute noch nicht sagen, teilt das Gesundheitsdepartement mit. «Das Mengenwachstum ist abhängig von den ausgewählten Betrieben und Schulen, der Reihenfolge der Integration sowie der Teilnahmequote in den einzelnen Organisationen.»

Mitarbeitende können nicht zum Test gezwungen werden

Die Teilnahme an den repetitiven Tests ist freiwillig. Entsprechend resultierten im Pilotprojekt unterschiedlich hohe Teilnahmequoten. Die höchsten Quoten wurden bei den Schulen (69 Prozent) und bei den Betreuungsinstitutionen (63 Prozent) erreicht.

Bei den Pflegeheimen war die Teilnahmequote mit durchschnittlich 25 Prozent deutlich tiefer. Die Werte der einzelnen Heimen reichten allerdings von 9 bis 89 Prozent. Die tiefe Quote lasse sich teilweise mit der Teilzeit- und Schichtarbeit begründen, schreibt der Kanton.

Bisher wurden zwölf Ansteckungen entdeckt

Während des Pilots sind insgesamt 7233 Einzelproben erhoben worden. Die Speichelproben werden nicht einzeln analysiert, sondern in sogenannten Pools zusammengemischt, die dann im Labor analysiert werden.

Von den 1024 Pools sind 13 positiv getestet worden. Das entspricht einem Anteil von 1,3 Prozent. Ist ein Pool positiv, werden alle Personen im Pool noch einmal einzeln getestet. Auf diese Weise konnten zwölf Personen mit einer Covid-19-Ansteckung entdeckt und isoliert werden. Von den 7233 Tests waren also 0,17 Prozent positiv.

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