Coronavirus

Testcenter der Aargauer Spitäler ausgelastet – Baden plant Ausbau

Das Kantonsspital Baden hat auf dem Parkhausdach ein Testcenter eingerichtet.

Das Kantonsspital Baden hat auf dem Parkhausdach ein Testcenter eingerichtet.

Wer an den beiden Kantonsspitälern Aarau oder Baden einen Termin für einen Coronatest buchen will, braucht Geduld. Am Kantonsspital Baden rechnen die Verantwortlichen damit, dass es nächste Woche zu einem Anstieg bei den Hospitalisierungen kommt.

Trockener Husten, Halsweh, vielleicht sogar erhöhte Temperatur. Vor Corona trank man Tee, blieb zuhause, wartete ab. Heute will man Gewissheit: Habe ich mich mit dem Coronavirus infiziert oder ist es nur eine Erkältung oder ein grippaler Infekt? 

Letzte Woche wurden im Aargau 4961 Coronatests durchgeführt. Der Anteil positiver Tests lag bei 7,2 Prozent. Die Nachfrage nach Tests ist gross. Die meisten Akutspitäler im Aargau haben Testcenter eingerichtet. Am Kantonsspital Baden können sich Personen mit Symptomen im Testcenter auf dem Dach des Parkhauses testen lassen. «Zum ersten Mal ist das Testcenter auch am Wochenende geöffnet», sagt Mediensprecher Omar Gisler. 

Kantonsspital Baden will Öffnungszeiten verlängern

Einen Termin zu buchen, ist am Freitagmittag aber bereits nicht mehr möglich. Der nächste freie Termin ist am Montag um 11 Uhr. «Das zeigt, dass die Nachfrage gross ist», sagt Gisler. «Die Menschen sind verunsichert und wollen Klarheit, ob sie sich infiziert haben, wenn sie typische Symptome haben.» 

Von heute auf Morgen können die Kapazitäten aber nicht hochgefahren werden. «Wir sind aber daran, die Kapazitäten kontinuierlich zu erhöhen», sagt Gisler. Aktuell sei geplant, die Öffnungszeiten zu verlängern. «Wir gehen davon aus, dass das spätestens per November möglich ist.»

Testcenter in Aarau sind am Sonntag geschlossen

Am Kantonsspital Aarau sieht es im Testcenter nicht anders aus. Am Freitagmittag war für Samstag noch ein Termin verfügbar, dann erst am Montag wieder. Am Sonntag werden keine Abstriche durchgeführt. Im Testcenter der Hirslanden Klinik in Aarau kann man sich aktuell nur von Montagnachmittag bis Donnerstag testen lassen. Das Spital Muri bietet Tests von Montag bis Freitag an.

Test ohne Anmeldung im Fricktal

An den beiden Spitälern in Laufenburg und Rheinfelden sind Tests an allen Wochentagen möglich. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, heisst es auf der Website des Gesundheitszentrums Fricktal. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass es je nach Tageszeit zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Was soll man also tun, wenn man Symptome hat, aber auf die Schnelle keinen Termin für einen Test bekommt? Omar Gisler von Kantonsspital Baden rät, sich an den Hausarzt oder die Corona-Hotline des Bundesamtes für Gesundheit zu wenden. «Allenfalls kann so eine Lösung für einen Test gefunden werden.»

Mehr Coronapatienten ab nächster Woche

Am Kantonsspital Baden werde aktuell noch im Normalbetrieb gearbeitet, sagt Gisler. «Wir rechnen aber damit, dass sich das im Laufe der nächsten Woche ändert.» Auf der Bettenstation würden bereits mehr Patientinnen und Patienten mit Covid-19 behandelt. «Erfahrungsgemäss dauert es im Schnitt sieben bis zehn Tage, bis sich dieser Anstieg auch auf der Intensivstation zeigt.»

Bei mehr als fünf Covid-Patienten auf der Intensivstation muss das KSB handeln und weitere Betten vorbereiten und Personal aus anderen Aufgabenbereichen für die Betreuung von Covid-Patienten abziehen. «Aktuell behandeln wir zwei Covid-Patienten auf der Intensivstation», sagt Gisler. «Aber das kann sich derzeit rasch ändern.»

Region Baden besonders betroffen

Die Region Baden und damit auch das KSB trifft die Pandemie stärker als andere Bezirke. Seit dem 11. Mai sind im Bezirk Baden 522 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das sind 358.3 Fälle pro 100'000 Einwohner.

Im Bezirk Aarau dagegen sind seit dem 11. Mai 200 Personen positiv getestet worden, womit der Bezirk auf eine Inzidenz von 250.9 Fällen pro 100'000 Einwohner kommt.

Das gleiche Bild habe sich bereits im Frühling gezeigt, sagt Gisler. «Wir haben damals am KSB rund die Hälfte aller Aargauer Covid-Patienten behandelt.» Dass es in der Region Baden mehr Coronafälle gibt, als andernorts, führt er unter anderem auf die Nähe zu Zürich zurück.

Baden hofft auf Solidarität der anderen Spitäler

Gisler hofft deshalb bei einer Zunahme der Fälle auch auf die Solidarität der anderen Spitäler. «Unser Ziel muss heute sein, dass wir allen Patienten, egal ob mit oder ohne Covid, eine adäquate Behandlung bieten können.» Wünschenswert wäre deshalb, laut Gisler, dass Spitäler in weniger stark betroffenen Regionen Covid-Patienten aus stärker betroffenen Gebieten behandeln, sodass anteilsmässig alle Spitäler und Kliniken im Kanton die gleiche Last tragen.

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