Fluglärm

Testbetrieb verlängert - weiterhin mehr Fluglärm für Ostaargau

Der verlängerte Testbetrieb des Flughafen Zürichs betrifft Stunden zwischen 7 und 9 Uhr morgens am Wochenende sowie an deutschen Feiertagen.

Der verlängerte Testbetrieb des Flughafen Zürichs betrifft Stunden zwischen 7 und 9 Uhr morgens am Wochenende sowie an deutschen Feiertagen.

Ostaargauer müssen auch weiterhin mehr Fluglärm in Kauf nehmen als sonst: Der Flughafen Kloten verlängert eine Testphase, in der er an bestimmten Tagen alle Flugzeuge nach Norden starten lässt.

Betroffen sind die Stunden zwischen 7 und 9 Uhr morgens am Wochenende sowie an deutschen Feiertagen – „lärmsensible Randstunden“, nennt dies die IG Nord, die sich gegen Fluglärm einsetzt. Ursprünglich war der Testbetrieb nur für zwei Monate bis Ende August angesetzt. Nun wurde er bis März 2015 verlängert.

„Die unter dem Deckmantel des Testbetriebs fortgesetzte Kanalisierung ist ein Schlag ins Gesicht der ohnehin schon stark lärmbelasteten Wohnbevölkerung im Norden des Flughafens“, sagt Hanspeter Lienhart, Präsident der IG Nord. Konkret geht es um etwa 25 zusätzliche Starts pro Tag. „Diese Starts waren in unseren Gemeinden deutlich spür- und hörbar und haben zu zahlreichen Anfragen und Unmutsäusserungen aus der Bevölkerung geführt“, sagt Lienhart.

Doch was wird überhaupt getestet – und wozu? Der Flugbetrieb am Flughafen Zürich ist aufgrund des Pistensystems und diverser Rahmenbedingungen eine sehr komplexe Angelegenheit. Während der deutschen Sperrzeiten wird am Flughafen Zürich morgens an Werktagen von 6 bis 7 Uhr, beziehungsweise. an Wochenenden und deutschen Feiertagen von 6 bis 9 Uhr von Süden her auf der Piste 34 gelandet. Die Starts finden ab 7 bis 9Uhr entweder auf der Piste 32 nach Norden oder auf der Piste 28 nach Westen statt.

Während der Tests starten die Flugzeuge in dieser Zeit – unabhängig vom Flugziel – ausschliesslich auf der Piste 32 nach Norden. „Ziel der Testreihe ist es, zu prüfen, ob sich die Komplexität des Flugbetriebs reduzieren lässt und welche Auswirkungen sich für die Pünktlichkeit und Leistungsfähigkeit des Südkonzepts ergeben“, erklärt Flughafen-Mediensprecher Michael Stief. Während der bisherigen Testwochenenden starteten durchschnittlich 25 Flugzeuge pro Tag neu nach Norden statt nach Westen. „Die temporäre Betriebsumstellung hat wie erwartet zu Verspätungen geführt“, so Stief. Durch die Verlängerung der Testreihe könnten die bisherigen Erkenntnisse hinsichtlich Verspätungen und Reduktion der Komplexität weiter vertieft und Möglichkeiten für Optimierungsmassnahmen ausgearbeitet werden.

Die IG-Nord hält die Ausdehnung des Testbetriebs von zwei auf neun Monate für unnötig. „Schon in den ersten zwei Monaten hat sich gezeigt, dass ein einachsiger Betrieb auf einer Piste nicht bewältigt werden kann und zu Verspätungen führt“, sagt Lienhart. „Wenn eine auf zwei Monate befristete Testphase um weitere sieben Monate verlängert wird, wirft das Fragen auf. Wir sind besorgt, dass der Flughafen mit einer befremdenden Salamitaktik die Nordkanalisierung vorantreiben will“, so Lienhart.

Ganz auszuschliessen ist dies wohl nicht. „Nach der Testreihe werden die Ergebnisse ausgewertet, dann wird das weitere Vorgehen bestimmt“, sagt Flughafen-Mediensprecher Michael Stief. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt weder sagen, ob die Testphase über den März 2015 hinaus verlängert werde, noch, ob aus dem Test gar eine fixe Einrichtung werde.

Der IG Nord gehören neben Zürcher und Schaffhauser Gemeinden auch alle Zurzibieter Gemeinden (plus Mandach) an. (NRO)

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