Sicherheit
«Terroristische Anschläge könnten auch uns treffen» – wie die Aargauer Polizei damit umgeht

Aargauer Polizisten bereiten sich «noch besser auf mögliche terroristische Attacken» vor. Was heisst das genau?

Mario Fuchs
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Im Schiesskeller der Kantonspolizei Aargau üben die Polizisten den Ernstfall. (Archivbild)

Im Schiesskeller der Kantonspolizei Aargau üben die Polizisten den Ernstfall. (Archivbild)

Chris Iseli/ AZ

Zum polizeilichen Jahresbericht gehören immer auch ein Editorial des Polizeidirektors und des Kommandanten. In der jüngsten Ausgabe, die gestern Montag veröffentlicht wurde schreibt Regierungsrat Urs Hofmann (SP), «terroristische Anschläge von IS-Dschihadisten» könnten «auch uns treffen.» Man habe deshalb «die Wachsamkeit in diesem Bereich erhöht».
Hofmann schreibt: «Wir bereiten unsere Polizistinnen und Polizisten noch besser auf mögliche terroristische Attacken vor». Dazu gehöre eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst. Ziel müsse sein, «eine sorgfältige Überwachung von potenziell gewalttätigen Personen aus islamistischen Kreisen zu gewährleisten, ohne die Freiheiten der Aargauer Bürger «über Gebühr einzuschränken».

Polizeikommandant Michael Leupold hält seinerseits fest, dass die Kantonspolizei sich «eingehend mit der terroristischen Bedrohungslage befasst» habe. Auf Nachfrage der az konkretisiert Leupold, die letzten Monate, «insbesondere die Ereignisse in Frankreich und anderen europäischen Ländern» hätten uns vor Augen geführt, dass Sicherheit und Stabilität keine Selbstverständlichkeiten seien.
Deshalb brauche es bei der Kantonspolizei «Massnahmen zur Früherkennung von Gefahren, insbesondere auch zielgerichtete Ausbildung und Vorbereitung», sagt Leupold. An ihrer Jahresmedienkonferenz im Januar hatte die Kapo bekannt gegeben, man habe Teile des Korps für mögliche Anti-Terror-Einsätze mit Sturmgewehren und schwereren Schutzwesten ausgerüstet. Zudem wird entsprechend trainiert: Laut Leupold werden Einsätze bei Amoklagen oder Terrorbedrohungen an öffentlichen Plätzen oder Events mit grösstenteils selbst entwickelten Szenarien geübt.

Dazu, wie potenzielle Attentäter im Aargau beobachtet werden und ob es Hinweise auf konkrete terroristische Aktivitäten im Kanton gab, macht Leupold keine Angaben. Etwas allgemeiner formuliert er: «Der aktuell in Bellinzona geführte Gerichtsprozess zeigt auch den Bezug zur Gefahr von terroristischen Aktivitäten in der Deutschschweiz.» Am Freitag hatte das Bundesstrafgericht drei Iraker wegen ihrer IS-Zugehörigkeit zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt – einer von ihnen hatte in Baden gewohnt.