Die Auslosung für das Hauptfeld des Tennis-Pro-Open Aargau war eine kurze Angelegenheit. Bloss etwas mehr als fünf Minuten brauchten Supervisor Werner Hötzinger und die Schweizer Spieler Raphael Baltensperger und Marc-Andrea Hüsler, um im Turnierbüro in Oberentfelden mit Hilfe von grünen Chips die Erstrundenpaarungen für das Hauptfeld auszulosen.

«Normalerweise wollen die Spieler die Auslosung nicht machen, da es ein verbreiteter Aberglaube ist, dass man sich selber ein schlechtes Los beschert», sagt der Österreicher Werner Hötzinger, der seit über 20 Jahren ITF-Turniere als Supervisor betreut und in Oberentfelden die Spielleitung hat. Neben Hüsler und Baltensperger kämpfen in den nächsten Tagen vier weitere Schweizer um ATP-Punkte.

Es sind dies der als Nummer 3 gesetzte Yann Marti, der Genfer Johan Nikles, U18-Schweizer-Meister Mirko Martinez, sowie Siméon Rossier, der sich wie Hüsler erfolgreich durch die Qualifikation gespielt hat. «Gerade Marc-Andrea Hüsler sehe ich als Geheimfavoriten. Er hat ein Spiel, das in der Halle sehr gefährlich ist. Aber auch Yann Marti fühlt sich bei uns wohl und hat im Vorjahr stark gespielt», sagt Turnierdirektor Freddy Blatter.

Lokoli als Attraktion

Nicht dabei sind dagegen die Schweizer Davis-Cup-Spieler, die am Wochenende gegen die USA 0:5 verloren haben. «Wir haben versucht, sie von einer Teilnahme zu überzeugen und hätten es ihnen auch ermöglicht, erst am Mittwoch zu spielen. Doch leider konnten wir weder Adrien Bossel noch Antoine Bellier überzeugen», bedauert Blatter. Auch in Abwesenheit der Davis-Cup-Cracks wird in Oberentfelden in den nächsten Tagen attraktiver Tennissport geboten.

Nicht weniger als zehn Spieler aus den Top 400 der Welt schlagen im Tenniscenter Aarau West auf. Darunter auch der Franzose Laurent Lokoli, der bereits einmal die Nummer 207 der Welt war. Der 22-Jährige hatte mit seiner spektakulären Spielweise und seinen Tanzkünsten vor knapp drei Jahren an den French Open in Paris für Furore gesorgt. Zuletzt wurde er allerdings von Verletzungen gebremst. «Lokoli ist sicher eine Attraktion für unser Turnier. Ich bin gespannt, wie er sich nach seiner Verletzung schlägt», so Blatter.

Lokoli wird voraussichtlich am Mittwochabend in der Night Session erstmals im Einzel zum Einsatz kommen. Bei der diesjährigen Ausgabe des Tennis Pro-Open Aargau wird täglich um 19 Uhr das beste Spiel des Tages ausgetragen. «Damit wollen wir den Tennisfans die Chance geben, auch während der Woche nach der Arbeit bei uns Spitzentennis zu bestaunen. Dafür haben wir extra eine Zuschauertribüne mit 200 Sitzplätzen aufgebaut», so Blatter.