Volksrechte
Tagesstrukturen-Debakel: Eine neue Initiative soll jetzt Abhilfe schaffen

Nach der Versenkung der Tagesstrukturen-Vorlage der Aargauer Regierung im Grossen Rat, will der Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband eine neue Initiative zum Thema lancieren. Der genaue Inhalt ist noch unklar.

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Der Grosse Rat hat nach lebhafter Debatte die Vorlage der Regierung für «familienergänzende Kinderbetreuung» (Tagesstrukturen) versenkt (Archiv)

Der Grosse Rat hat nach lebhafter Debatte die Vorlage der Regierung für «familienergänzende Kinderbetreuung» (Tagesstrukturen) versenkt (Archiv)

Vorgestern Dienstag hat der Grosse Rat nach lebhafter Debatte die Vorlage der Regierung für «familienergänzende Kinderbetreuung» (Tagesstrukturen) versenkt. Jetzt stellt sich die Frage, wie es mit der im Hinblick auf die «Kleeblätter» und danach auf diese Vorlage sistierten Volksinitiative «Schule und Familie» weitergeht. Diese war 2004 vom Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv) lanciert und von zahlreichen Gruppierungen und mehreren Parteien (SP, Grüne, Junge CVP, CVP-Frauen Aargau) unterstützt worden.

«Alte» Initiative ist veraltet

Das sagen die az-Leser

In einer Online-Unfrage der az haben sich 68 Prozent der Teilnehmer für eine familienergänzenden Kinderbetreuung in den Aargauer Gemeinden ausgesprochen (Stand: 12. Januar 2012, 8.30 Uhr). 32 Prozent sind der Ansicht, Kinderbetreuung sei Sache der Familie. An der Abstimmung haben rund 200 Personen teilgenommen.

Nachdem die regierungsrätliche Vorlage im Rat gescheitert ist, plant der alv nach Auskunft von Geschäftsführer Manfred Dubach trotzdem, die Initiative zurückzuziehen. Denn von der Nomenklatur her sei sie mittlerweile veraltet, so Dubach.

alv will neue Initiative starten

Deshalb will der alv dem Initiativkomitee den Rückzug und die Lancierung einer neuen Initiative vorschlagen. Der genaue Inhalt ist noch zu definieren. Die Initiative soll aber im Wesentlichen eine etwas abgespeckte Variante der im Grossen Rat abgeschmetterten Regierungsvorlage beinhalten.

Anders als in der sistierten Initiative «Schule und Familie» müssten laut Dubach in der neuen Gesetzesinitiative auch die Kinder im vorschulischen Alter einbezogen werden. Dank der Initiative soll bei den Tagesstrukturen ein gewisser Qualitätsstandard aufrechterhalten, aber keine Hürden für finanziell schwächere Familien aufgebaut werden. Dubach weiss, dass das etliche Gemeinden heute schon sehr gut machen. Eingreifen müsse man dort, wo die Qualität unzulänglich ist. (MKU)

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