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Tag der offenen Kiesgrube: Aargauer Schulklassen bauen 30 Steinechsen für bedrohte Arten

Aargauer Kiesgrubenbetreiber und Naturama prämieren Schulklassen und laden zum Tag der Artenvielfalt. 33 Schulklassen aus dem ganzen Kanton haben sich an deren ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt und in mehreren Kiesgruben grosse Steinchesen gebaut.

Mathias Küng
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Schulklassen bauen Steinechsen für bedrohte Tierarten
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Die Schulklassen wurden in der Kiesgrube Chessel in Bremgarten ausgezeichnet, wo es auch ein Biotop hat.
Der Wettbewerb wurde vom Verband der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB) und dem Naturama ausgeschrieben.
Landammann Alex Hürzeler prämierte die drei schönsten Steinechsen, die Gewinnerklassen erhielten vom VKB einen 2000-Franken-Scheck für schöne Schulreisen. Die prämierten 1. Klassen der Schule Widen.
Landammann Alex Hürzeler prämierte die drei schönsten Steinechsen, die Gewinnerklassen erhielten vom VKB einen 2000-Franken-Scheck für schöne Schulreisen. Die prämierte Klasse aus Melllikon, Schulheim St. Johann.
Landammann Alex Hürzeler prämierte die drei schönsten Steinechsen, die Gewinnerklassen erhielten vom VKB einen 2000-Franken-Scheck für schöne Schulreisen. Die prämierte Klasse aus Uerkheim.

Schulklassen bauen Steinechsen für bedrohte Tierarten

Alex Spichale

Besseres Wetter für eine Preisvergabe in freier Natur hätte man sich nicht wünschen können. Landammann und Bildungsdirektor Alex Hürzeler konnte in der Kiesgrube Chessel in Bremgarten drei Gewinnerklassen aus dem Schulheim St. Johann in Klingnau sowie aus den Schulen in Uerkheim und Widen je einen grosszügigen Scheck für schöne Schulreisen vergeben.

Wie haben sie sich diese verdient? 33 Schulklassen aus dem ganzen Kanton haben sich an einem vom Verband der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB) und dem Naturama ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Sie haben in mehreren Kiesgruben 30 wirklich sehenswerte, drei bis zehn Meter lange Steinechsen gebaut.

Bestände gehen massiv zurück

Äusserer Anlass für den Wettbewerb war das 20-jährige Bestehen des VKB. Die Steinechsen sind aber mehr als hübsche Dekoration für eine Kiesgrube. Sie haben einen ernsten Hintergrund. Die Bestände der einheimischen Reptilien und Amphibien haben nämlich in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz teilweise dramatisch abgenommen.

Als Gründe dafür gelten die intensive Bebauung und die landwirtschaftliche Nutzung. Daraus resultiert ein Verlust an Lebensräumen für diese Tiere. Reptilien und Amphibien sind also auf neue Lebensräume angewiesen.

So sagte VKB-Präsident Thomas Merz bei der Preisvergabe, ein naturnaher Abbau von Kies und Sand sei ihnen sehr wichtig. Er freue sich, «dass wir mit diesem aktuellen Projekt Reptilien und Amphibien Unterschlupf bieten und somit etwas zur Artenvielfalt beitragen».

Besonders gut eignen sich dafür Steinhaufen in Kiesgruben. Sie bieten diesen Tieren Unterschlupf und tragen so zur Artenvielfalt bei. Beat Haller vom Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie hat denn auch Vorbereitungen getroffen, damit die Steinechsen der Aargauer Schülerinnen und Schüler grösstmöglichen praktischen Nutzen schaffen.

Haller: «Eidechsen mögen warme, besonnte Standorte. Sie brauchen aber zugleich Unterschlupfmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung, damit sie sich vor ihren Feinden verstecken können.» So suchte sein Team Standorte aus, die sich in der Nähe von bewachsenen Flächen und Wasser befinden.

Tag der offenen Kiesgrube

An der Preisvergabe in Bremgarten waren neben den Kiesproduzenten auch Vertreter des Naturama und des Kantons dabei. Das Naturama bietet nämlich am heutigen Tag der Artenvielfalt in der Kiesgrube Chessel diverse Exkursionen an. Man kann dort auch Naturforschern über die Schulter gucken.

Der VKB Aargau hofft, dass sich möglichst viele Besucherinnen und Besucher nicht nur in Bremgarten, sondern auch in einer der anderen acht am Samstag extra geöffneten Kiesgruben einfinden, um sich diese auf einem geführten Rundgang näher bringen zu lassen. Kiesgruben sind nämlich für viele Tiere und Pflanzen wichtige Rückzugsräume. Ebenso bieten sie Raum für Pionierpflanzen. Sie sind also viel mehr als Wunden in der Natur.

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