Täter Thomas N. ging am Abend nach dem Vierfachmord in Rupperswil in ein Zürcher Steakhouse und danach ins Casino. Das wurde letzte Woche bekannt.

Nun scheint klar, was Thomas N. am Mittag gemacht hat: Er soll am Tatort hinter den abgesperrten Bändern stehend den Feuerwehrkräften bei den Löscharbeiten zugesehen haben. Das erzählt ein Anwohner gegenüber Tele M1.

«Am Tag der Tat bin ich zwischen 13.30 und 14 Uhr am Tatort vorbeigefahren. Thomas N. war gerade vor der Absperrung gestanden. Er war mit den Hunden und dem Scooter unterwegs», so der Anwohner. Er sei aufgefallen, weil er an diesem Tag nicht zum ersten Mal im Quartier gesehen worden war.

Was Thomas N. im Gefängnis erwartet

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Thomas N. sitzt im sichersten Gefängnis der Schweiz in Lenzburg. Sicher kann er sich trotzdem nicht fühlen.

Dass der Vierfachmörder zurück an den Tatort gehe, sei eine typische Reaktion eines sexuellen Sadisten, der sein «perverses Kunstwerk» noch einmal bestaunen wolle, sagt Psychologe Thomas Spielmann gegenüber Tele M1. «Er sieht das nackte Entsetzen der Feuerwehrleute und verfolgt, wie sie schockiert aus dem Haus kommen. Das gibt einem Täter noch einmal ein unglaubliches Gefühl von Überlegenheit – von gottähnlicher Existenz», meint Spielmann weiter.

Als Gaffer am Tatort habe Thomas N. wohl keine Sekunde Angst verspürt vor den Konsequenzen. «Einer der meint, er sei Gott, der glaubt nicht daran, erwischt zu werden.»

Rupperswil: Der Vierfachmörder war jahrelang Junioren-Trainer

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Wollte er die Tat schon früher ausführen?

Der Anwohner, der Thomas N. nur als Hündeler vom Sehen her kennt, ist schockiert, dass er dem Mörder kurz nach der Tat über den Weg lief. Im Nachhinein erinnert sich der Anwohner an den Morgen des 7. Dezember. Gegen 5.45 Uhr habe er Thomas N. im Quartier gesehen. Das sei aussergewöhnlich früh, er habe ihn noch nie um diese Uhrzeit angetroffen. «Er war alleine unterwegs und hatte seinen Rucksack dabei. Ich bin mir sicher, dass er die Tat an diesem Morgen abgebrochen hat», sagt er weiter gegenüber Tele M1. (sha)