Wahlen 2015
SVP will mit Nationalrat Hansjörg Knecht Ständeratssitz zurückerobern

Die erste Kandidatur für die Nachfolge von FDP-Ständerätin Christine Egerszegi ist bekannt: Der Leibstadter Hansjörg Knecht will den Sitz für die SVP erobern. Parteipräsident Thomas Burgherr ist überzeugt, dass Knecht der beste Kandidat ist.

Urs Moser
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Will in den Ständerat: Hansjörg Knecht.Angelo Zambelli

Will in den Ständerat: Hansjörg Knecht.Angelo Zambelli

Angelo Zambelli

In den Wahlen 2011 verlor die SVP ihren Ständeratssitz mit Ulrich Giezendanner als Kandidat an die SP. Ihre Ständerätin Pascale Bruderer sitzt fest im Sattel. Auch wenn der SVP eine bürgerliche Doppelvertretung an sich lieber wäre: 2015 kann sie den Wiedereinzug ins «Stöckli» faktisch nur auf Kosten der FDP anpeilen.

Der Sitz von Christine Egerszegi wird frei, diese Chance will SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht packen. Er sei ein Sachpolitiker, nicht der grosse Polteri, sagt Knecht. Deshalb würde ihm die Arbeit im Ständerat liegen.

Das Unternehmertum im Parlament zu stärken nennt er als wichtigste Triebfeder. Und es sei ihm wichtig, dass der bürgerliche Aargau eine starke Stimme im Ständerat habe.

Parteipräsident Thomas Burgherr zur Kandidatur: «Hansjörg Knecht ist ein absolut verlässlicher Politiker, er ist über die Partei hinaus anerkannt und hat auch schon als Grossrat hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind überzeugt, mit ihm über den besten Kandidaten zu verfügen.»

"Sehr aussichtsreiche Kandidatur"

Die Findungskommission schlägt der Partei die Nomination von Hansjörg Knecht nach Gesprächen mit allen Bundesparlamentariern vor. Laut Burgherr wären alle valable Kandidaten gewesen. Nach den Gesprächen habe man sich aber auf Knecht geeinigt, weil diese Kandidatur sehr aussichtsreich sei.

Knecht ist auch der einzige Bundesparlamentarier der SVP Aargau, der in der nächsten Legislatur nicht bereits das Rentenalter erreicht. Sollte er die Wahl in den Ständerat schaffen, wäre das für die SVP auch eine willkommene Gelegenheit, ihre Berner Delegation etwas zu verjüngen, denn ausser Hans Killer treten 2015 alle bisherigen Nationalräte wieder zur Wahl an.

Einfach wird der schon 2011 ausgerufene «Sturm aufs Stöckli» für die SVP im Aargau allerdings auch bei den nächsten Wahlen nicht. Selbstverständlich werden die Freisinnigen ihren Anspruch verteidigen. Als mögliche Kandidaten sind Grossratspräsident Thierry Burkart und Nationalrat Philipp Müller im Gespräch.

Letzterer ist als Präsident der FDP Schweiz einer der bekanntesten und in den Medien präsentesten Politiker des ganzen Landes, während sich SVP-Mann Hansjörg Knecht in seiner ersten Legislaturperiode im Nationalrat noch nicht allzu stark profilieren konnte.

Weiter steht fest, dass auch die CVP im Rennen um den frei werdenden Ständeratssitz mitmischen wird. Wunschkandidat Roland Brogli hat zwar abgesagt und will sich weiter auf seine Arbeit als Regierungsrat konzentrieren, man werde aber «mit Sicherheit» antreten, so Parteipräsident Markus Zemp.

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