Regierungsratswahlen

SVP-Roth im Talk: «Die Reduktion der Schul-Lektionen finde ich auch nicht gut»

Franziska Roth, SVP

Franziska Roth, SVP

Drei Kandidatinnen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den letzten Regierungsratssitz. Heute: Regierungsratskandidatin Franziska Roth, SVP.

Regierungsratskandidatin Franziska Roth (SVP) im Wahltalk: Wie positioniert sie sich politisch? Wie geht sie künftig mit Ironie um? Was macht sie besser als die abtretende Regierungsrätin Hochuli?

Die Bezirksgerichtspräsidentin Franziska Roth ist eine politische Newcomerin. Die Kandidatin der SVP will am 27. November den fünften Sitz in der Aargauer Regierung erobern. Mit dem Wahlkampf, der seit ihrer Nomination im April läuft, macht sie die ersten grössere Erfahrungen in der Aargaer Polit-Welt. «Ich finde alles sehr spannend, wie es in der Politik läuft», sagt sie dazu am Dienstag auf Tele M1.

Sie habe immer damit gerechnet, reelle Chancen zu haben - auch am Anfang, als noch nicht klar war, dass Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) nicht mehr antreten werde - «auch wenn es schwerer gewesen wäre, gegen eine wiederantretende Kandidatin anzutreten».

Für Roth war es eine Lektion, dass sie sich mit ironisch gemeinten Aussagen in die Nesseln gesetzt hat, wie sie im Wahltalk Moderator Christian Dorer erklärte. So wolle sie künftig in der Öffentlichkeit auf solche Sprüche verzichten. Hingegen werde sie aber «kein Blatt vor den Mund nehmen», sich aber «ab und zu diplomatischer ausdrücken».

Roth erntete in den vergangenen Wochen viel Kritik, auch aus dem bürgerlichen Lager, das gespalten ist, seit Maya Bally von der BDP angekündet hat, für den zweiten Wahlgang anzutreten. Alt Regierungsrätin Stephanie Mörikofer bezeichnete Roth am Parteitag der FDP als «Kröte, die man schlucken müsse». Roth entgegnete im TalkTäglich, dass sie sich nicht als Kröte sehe. Woher aber diese Kritik?

Roth interpretiert sie als Bedenken, weil sie eine Quereinsteigerin sei– «oder es liegt an meiner Parteizugehörigkeit».

Im direkten Vergleich mit Maya Bally sieht Roth ihren Vorteil darin, dass sie eine grosse Partei im Rücken hat. «Das macht politische Geschäfte einfacher.» 

«Eher rechts der Mitte der SVP»

Moderator Dorer wollte von der Regierungsratskandidatin wissen, wie es denn nun um ihr politisches Profil stehe – früher sagte sie, dass sie ähnlich wie Parteikollege und Nationalrat Andreas Glarner politisiere, später, dass sie eher «mittig mit einem Blick nach rechts» einzuordnen ist. Auf jeden Fall gibt es nichts, «was mich von meiner bürgerlichen Linie abbringen könnte», sagte sie nun im Talk. Und präzisierte, dass sie «sicher eher rechts der Mitte der SVP» liegt. 

Angesprochen auf die Lehrer-Demonstration vom Dienstag, sagte Roth, dass sie teilweise Verständnis habe für die Forderungen: «Die Reduktion der Lektionen finde ich auch nicht gut.» Womit sie aber Mühe habe, sei der Zeitpunkt der Demonstration: «Es geht zu weit, wenn Lehrer demonstrieren, statt Kinder zu unterrichten. Das könnten sie am freien Mittwochnachmittag machen.» Der Grossrat hätte die Proteste sicher auch gehört, wenn man es dann gemacht hätte.

Falls Roth gewählt werden sollte, wird sie mit grosser Wahrscheinlichkeit Hochulis Departement Gesundheit und Soziales übernehmen würde. Allerdings «kann ich nicht sagen, was ich besser machen würde. Ich weiss nicht, was alles bisher versucht wurde». Was aber ganz klar für sie sei: Es brauche eine  bessere Zusammenarbeit mit den Gemeinden.

Drei Kandidatinnen drei Talks

Am Montag war Maya Bally im Wahltalk auf Tele M1. Am Mittwoch ist Yvonne Feri an der Reihe.

Autor

Matthias Hug

Matthias Hug

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