Regierungsrat: 2. Wahlgang
SVP-Präsident Burgherr: "Wir werden mit Franziska Roth nochmals antreten"

Um den fünften Sitz in der Aargauer Regierung kommt es am 27. November zu einem zweiten Wahlgang. Das sagen die Parteipräsidenten zu Franziska Roth (SVP), Yvonne Feri (SP), Maya Bally (BDP) – und zur neuen Ausgangslage.

Jürg Krebs
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Wer wird im 2. Wahlgang vom 27. November 2016 das Rennen machen? Die SVP-Kandidatin Franziska Roth, die mit 471 Stimmen vor Yvonne Feri (SP) führt? Vielleicht Robert Obrist (Grüne) oder Maya Bally (BDP)?

SVP-Präsident Thomas Burgherr macht schon mal deutlich: "Wir werden nochmals mit Franziska Roth antreten." Damit steckt er das Terrain im bürgerlichen Lager schon mal ab.

Verzichtet Obrist?

Ebenfalls deutlich sind SP und Grüne. Für SP-Co-Präsident Cédric Wermuth ist klar: "Wir wollen eine gemeinsame Kandidatur von links." Mit "wir" meint er SP und Grüne. Was für Wermuth klar ist, dass die Kandidatin eigentlich nur Feri heissen kann, will Grüne-Präsident Daniel Hölzle (noch) nicht bestätigen. Seinen Kandidaten Obrist nimmt er am Sonntag noch nicht aus dem Rennen. "Wir werden die Sachlage genau anschauen."

FDP zweifelt an Roth

Dann bleibt die Frage der Unterstützung. Verhelfen CVP und FDP der SVP zur Wahl von Franziska Roth? FDP-Präsident Matthias Jauslin zögert. "Ich bin mir nicht sicher, ob Roth über die eigene Partei hinaus zulegen kann." Die Quintessenz: Die FDP lässt die Idee einer eigenen Kandidatur nicht fallen. Auf Maya Bally und die BDP zu setzen hält er für unrealistisch. Die Kandidatin sei gut, doch ihr fehle eine wählerstarke Partei im Rücken.

CVP will eine Einigung

CVP-Präsidentin Marianne Binder gesteht ein: "Roth hat ein besseres Resultat gemacht, als man ihr zugetraut hat." Als Kandidatin ist sie damit aber auch bei Binder noch nicht einfach als bürgerliche Kandidatin gesetzt. "Wir brauchen eine Einigung auf bürgerlicher Seite."

Thomas Burgherr warnt seine Kollegen von FDP und CVP: "Unser Ziel ist eine bürgerliche Regierung. Feri ist zu links, es gilt sie zu verhindern."

Bürgerliche Regierung? Für Wermuth zeigt der Wahlsieg der SP (+3,7%): "Die Aargauer wollen einen progressiven modernen Kanton." Das könne nur eines bedeuten: Feri in den Regierungsrat.

Im ersten Wahlgang gewählt sind: Urs Hofmann (SP), Stephan Attiger (FDP), Alex Hürzeler (SVP) und Markus Dieth (CVP, neu). Nicht mehr angetreten sind Susanne Hochuli (Grüne) und Roland Brogli (CVP)