Nicht nur auf nationaler Ebene, auch im Kanton Aargau machen sich Politiker Gedanken, wie die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt werden soll. SVP-Aargau-Präsident Thomas Burgherr schlägt vor, dass alle europäischen Länder, die einen Ausländeranteil von 20 Prozent oder mehr haben, ein Kontingentsystem einführen dürfen.

«Ich habe meinen Vorschlag zusammen mit einem befreundeten Unternehmer entwickelt», sagt Burgherr, der seine Idee im nächsten «SVP aktuell» der Aargauer Kantonalpartei veröffentlichen will. Der Geschäftsführer einer Holzbaufirma ist sicher, dass sich die EU gegen eine generelle Auflösung der Personenfreizügigkeit mit der Schweiz heftig wehren wird.

Burgherr ist aber überzeugt, dass mit seinem Vorschlag beide Verhandlungspartner, also die EU und die Schweiz, ihr Gesicht wahren könnten. «Dies ist aus meiner Erfahrung als Unternehmer sehr wichtig, wenn es um Verhandlungen geht», betont der SVP-Kantonalpräsident.

Mit einem Ausländeranteil von gut 23 Prozent liegt die Schweiz vor allen EU-Ländern – mit Ausnahme von Luxemburg. «Zuwanderungsländer wie Deutschland würden unserem Anliegen sicher Verständnis entgegenbringen, weil sie keinen Ausländeranteil von über 20 Prozent wollen und genau wissen, dass dies für ihr Land nicht verkraftbar ist», hält Burgherr fest.

Innerhalb der Partei habe er seinen Ansatz schon mit einigen Kollegen besprochen, sagt er. «Es ist aber keine Idee der Partei, sondern mein persönlicher Vorschlag», hält Thomas Burgherr fest.

In der «Schweiz am Sonntag» präsentierte BDP-Vertreter Martin Landolt eine ähnliche Idee. Landolt schlug vor, die Personenfreizügigkeit bis zur durchschnittlichen Zuwanderungsrate der EU-Länder zu akzeptieren.

Für alle weiteren Zuwanderer sollten Kontingente gelten. Thomas Burgherr findet, so werde das Ziel der SVP-Initiative nicht erreicht. «Die Zuwanderung wird nicht reduziert, wenn wir die Personenfreizügigkeit bis zum durchschnittlichen Migrationssaldo der EU-Länder akzeptieren, wie dies die BDP vorschlägt.»