Wahlen AG 2016

SVP-Präsident: «Spekulationen über eine Auswechslung unserer Kandidatin Roth sind verfrüht»

SVP-Präsident Thomas Burgherr: "Franziska Roth ist unsere Kandidatin, Spekulationen über einen Wechsel für den zweiten Wahlgang sind verfrüht."

SVP-Präsident Thomas Burgherr: "Franziska Roth ist unsere Kandidatin, Spekulationen über einen Wechsel für den zweiten Wahlgang sind verfrüht."

Das gute Abschneiden von Yvonne Feri freut SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. Derweil zeigt sich SVP-Präsident Thomas Burgherr unbeeindruckt vom schlechten Ergebnis von Franziska Roth und sagt, die wirklichen Ergebnisse würde erst der Wahltag bringen.

«Freude herrscht» – das geflügelte Wort von alt Bundesrat Adolf Ogi trifft nach der Umfrage nur teilweise auf die SVP Aargau zu. «Das sehr gute Resultat von Alex Hürzeler ist erfreulich und zeigt, dass die Wähler seine Arbeit honorieren», sagt Präsident Thomas Burgherr. «Dennoch wissen wir erst am 23. Oktober, wie die Wahl wirklich ausgeht – das gilt auch für Franziska Roth.» Er habe heute mit ihr telefoniert, sagt Burgherr und betont: «Wir sind beide nach wie vor überzeugt, dass sie ein gutes Resultat machen wird.» Er hält fest, Roth sei die SVP-Kandidatin und die Partei setze alles daran, dass sie es im ersten Wahlgang schaffe. «Spekulationen über einen Kandidatenwechsel für den zweiten Wahlgang sind verfrüht, das ist momentan absolut kein Thema für uns.»

Durchweg positiv fällt hingegen die Reaktion auf der politischen Gegenseite aus. «Das gute Abschneiden der drei Bisherigen, zu denen Urs Hofmann gehört, zeigt eine grosse Wertschätzung seiner Arbeit, was uns natürlich freut», sagt SP- Co-Präsident Cédric Wermuth. Freude herrscht bei der SP auch über den fünften Platz von Yvonne Feri. «Damit ist klar, dass dies die einzige Frauenkandidatur mit realistischen Chancen ist», sagt Wermuth. Klar sei angesichts der knappen Abstände aber auch, dass sich alles in den letzten Wochen entscheide.

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FDP stellt Franziska Roth infrage

«Es ist für mich nachvollziehbar, dass die drei bisherigen Regierungsräte, und damit auch unser Kandidat Stephan Attiger, sehr gut abschneiden», sagt FDP- Präsident Matthias Jauslin. Die Freisinnigen konzentrieren sich in den nächsten Wochen weiter auf Attigers Wiederwahl, für den zweiten Wahlgang halten sie sich aber alle Optionen offen – auch eine eigene Kandidatur. «Sollte die SVP mit Franziska Roth im ersten Wahlgang tatsächlich so schlecht abschneiden, wie die Umfrage nahelegt, müsste die Partei wohl über einen Wechsel nachdenken», sagt Jauslin. Die FDP wolle einen vierten bürgerlichen Sitz im Regierungsrat. «Ob dies mit einer SVP-Kandidatur möglich ist, erscheint mir heute aber zweifelhaft», gibt Jauslin zu bedenken.

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Anlässlich der Sendung «TalkTäglich» am 21. September 2016 in Baden.

Auf bürgerliche Stimmen hofft auch die CVP. Präsidentin Marianne Binder findet es erfreulich, dass Markus Dieth in der Umfrage auf dem ersten Platz hinter den Bisherigen steht. «Das zeigt, dass wir auf einen guten Kandidaten gesetzt haben», sagt Binder und ergänzt: «Wir wollen den CVP-Sitz verteidigen, Ziel ist es für uns, dass er im ersten Wahlgang Regierungsrat wird.» Allerdings sei dies kein Spaziergang bei den vielen Kandidaten. Es zeige sich nun, wie wichtig der intensive Wahlkampf sei, wie ihn Markus Dieth mit seinen Auftritten in allen Bezirken führt. Binder würde auch eine Extrarunde drehen: «Wenn ein zweiter Wahlgang nötig wäre, sind wir bereit.»

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Grüne denken schon voraus

Daniel Hölzle, Präsident der Grünen, freut sich über das gute Abschneiden von Robert Obrist. «Ich bin aber auch davon ausgegangen, dass er mit Yvonne Feri absolut mithalten kann und gute Wahlchancen hat.» Auch dass der Grünen-Kandidat vor Franziska Roth liegt, überrascht Hölzle nicht. «Als wir ihn aufgestellt haben, waren wir sicher, dass Robert Obrist mit seiner konsensorientierten und sympathischen Art eine Franziska Roth schlagen kann.» Für den zweiten Wahlgang ist die Ausgangslage laut Hölzle offen. «Wir sind mit der SP im Gespräch und werden je nach Ergebnis am 23. Oktober eine Entscheidung treffen. Wenn nur ein Sitz frei bleibt, ist eine Einigung mit der SP anzustreben.»

Roland Basler, Präsident der BDP, will den achten Platz von Maya Bally in der Umfrage nicht überbewerten. «Nach der späten Ankündigung von Susanne Hochuli, auf eine Kandidatur zu verzichten, war die Zeit für unseren Wahlkampf relativ knapp.» Bally habe aber gute Auftritte bei Podien und mit ihrer Planwagen-Aktion gehabt. Dies stimmt Basler zuversichtlich, dass die BDP-Kandidatin noch an Bekanntheit und Wählergunst zulegen werde. «Ziel ist es, im ersten Wahlgang praktisch Kopf an Kopf mit Yvonne Feri und Franziska Roth zu sein, dann würden wir im zweiten sicher wieder antreten», sagt der Parteipräsident.

Obwohl seine Kandidatin nochmals fünf Prozentpunkte weniger aufweist, ist GLP-Präsident Beat Hiller zuversichtlich, was die Chancen von Ruth Jo. Scheier angeht. «Ich bin überzeugt, dass sie in den nächsten Wochen zulegen wird», sagt er mit Blick auf die letzten Wahlen in den Kantonen St. Gallen, Schaffhausen und Bern, wo die Grünliberalen relativ gut abgeschnitten hätten. Hiller sagt aber auch, wenn Scheier im ersten Wahlgang keinen höheren Wähleranteil als in der Umfrage erziele, sei die Diskussion müssig, ob die GLP im zweiten Wahlgang nochmals antreten solle.

AZ Vimentis Wahlhilfe 2016

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