Wahlen 2015
SVP-Nationalrat Knecht als Ständeratskandidat nominiert

Der Aargauer SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht soll bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2015 für die SVP einen Sitz im Ständerat erobern. Der Kantonalparteitag der SVP Aargau hat den 54-Jährigen am Mittwochabend in Muhen nominiert.

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Hansjörg Knecht nimmt nach der Nomination am Parteitag in Muhen Glückwünsche entgegen.
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Der Paarteitag der SVP Aarau in Muhen. Ständeratsnominierung von Hansjörg Knecht einstimmig angenommen.
Hansjörg Knecht gilt als Sachpolitiker, der auch breiten Kreisen der anderen Parteien Akzeptanz geniesst.
Fraktionspräsident Andreas Glarner: So angriffig wie er tritt Nationalrat Hansjörg Knecht nicht auf.
SVP Aargau nominiert Nationalrat Hansjörg Knecht als Ständeratskandidat

Hansjörg Knecht nimmt nach der Nomination am Parteitag in Muhen Glückwünsche entgegen.

Jiri Reiner

Die SVP müsse zugunsten der Schweiz weiter wachsen, rief Parteipräsident Thomas Burgherr den über 150 Teilnehmenden am Parteitag in Muhen zu. Ziel sei, den Wähleranteil zu erhöhen und den Ständeratssitz zurückzuerobern.

Heute habe der Aargau «praktisch eine ungeteilte linke Standesstimme in Bern. Das wollen wir korrigieren», so Burgherr. Dafür setzt die SVP voll auf ihren Zurzibieter Nationalrat Hansjörg Knecht.

Damit Knecht möglichst viel Zeit hat, um «im Kanton unterwegs zu sein und noch bekannter zu werden», wurde er bereits jetzt als Ständeratskandidat nominiert. Dass er nominiert werden würde, stand am Parteitag ausser Frage, andere Namen wurden nicht vorgeschlagen.

Hansjörg Knecht nimmt nach der Nomination am Parteitag in Muhen Glückwünsche entgegen.

Hansjörg Knecht nimmt nach der Nomination am Parteitag in Muhen Glückwünsche entgegen.

Jiri Reiner

Dafür konnte sich Knecht nebst den empfehlenden Worten seines Parteipräsidenten über flammende Aufrufe zu seinen Gunsten von SVP-Regierungsrat Alex Hürzeler, von Fraktionschef Andreas Glarner sowie den Nationalratskollegen Ueli Giezendanner und Maximilian Reimann freuen.

«Für mich auch klar, Hansjörg wird den Sitz für uns wieder holen», betonte Hürzeler. Es sei für ihn als Regierungsrat enorm wichtig, im Ständerat von einem Geradlinigen wie Knecht zu wissen, zu dem er einen direkten Draht habe. Und ohne den Badener Stadtammann namentlich zu nennen, sagte er unter grossem Applaus: «Hansjörg hat nicht irgendwo eine dunkle Seite, die dann plötzlich noch hervorkommt.»

«Grosse Erfahrung, klare Linie»

Namens der Findungskommission warb Rolf Jäggi für Knecht: Der Unternehmer und Politiker habe hohe Führungs-, Sach- und Sozialkompetenz. Auch als Präsident des Hauseigentümerverbandes erlebe er hohe Anerkennung. Er habe grosse politische Erfahrung und eine klare Linie. Jäggi: «Er ist überparteilich akzeptiert, polarisiert nicht und ist glaubwürdig.»

So war die Nomination keine Frage. Knecht wurde einstimmig und mit stehender Ovation auf den Schild gehoben. Er bedankte sich für das Vertrauen der Partei und für die Unterstützung seiner Frau und versprach, Sachpolitiker zu bleiben.

Der Paarteitag der SVP Aarau in Muhen. Ständeratsnominierung von Hansjörg Knecht einstimmig angenommen.

Der Paarteitag der SVP Aarau in Muhen. Ständeratsnominierung von Hansjörg Knecht einstimmig angenommen.

Jiri Reiner

Werner Laube, Bezirksparteipräsident Zurzach und Knechts Wahlleiter, meinte mit Blick auf den Wahlkampf und die Frage einer allfälligen Allianz: «Wir haben keine einzige Stimme zu verschenken. Es ist wichtig, dass die Parteileitung möglichst schnell einen Entscheid fällt und kommuniziert.» Reimann hatte zuvor darauf hingewiesen, dass er vor 20 Jahren in Allianz mit der FDP im Duo obsiegte.

Zuerst Schweizer Recht

In seiner Präsidialansprache kam Thomas Burgherr auf geplante neue SVP-Initiativen zu sprechen, die in anderen Parteien und Medien schon viel Widerspruch erfahren haben. Es gebe keinen Anlass «für Verhandlungen über eine institutionelle Einbindung der Schweiz in die EU», betonte er: «Wir müssen zusammen mit dem Volk durchsetzen, dass demokratisch legitimiertes Recht über fremdem, internationalem Recht stehen muss.»

Die Schweiz sei nicht Teil des EU-Binnenmarktes und auf keine neuen Verträge mit der EU angewiesen. Bei gegenseitigem Interesse gebe es solche auch künftig: «Davon bin ich felsenfest überzeugt.»

Hansjörg Knecht gilt als Sachpolitiker, der auch breiten Kreisen der anderen Parteien Akzeptanz geniesst.

Hansjörg Knecht gilt als Sachpolitiker, der auch breiten Kreisen der anderen Parteien Akzeptanz geniesst.

Jiri Reiner

Zur in der SVP in Ausarbeitung begriffenen Asylinitiative verwies er auf die aktuellen Asylzahlen. Würde die Schweiz bezogen auf die Bevölkerungszahl so viel Asylbewerber aufnehmen wie Deutschland, wären es 10 800, bezogen auf Italien 3700. Effektiv seien es aber 21 500.

Burgherr: «Das zeigt deutlich, unsere Nachbarstaaten tragen alle deutlich tiefere Lasten.» Deshalb ziele das Bild einer unsolidarischen Schweiz, das einige Politiker und Medien malten, völlig an der Realität vorbei.

Der Dublinvertrag werde gerade von Italien krass verletzt. Der Bund müsse endlich dessen Einhaltung einfordern. Zudem dürfe die Schweiz angesichts hoher Asylzahlen keinesfalls noch 5000 Kontingentsflüchtlinge aufnehmen.

Abstimmungen: 1 Ja, 2 Nein

Eine glasklare Sache waren für den Parteitag die Abstimmungsvorlagen vom 28. September: Er unterstützt die Gastroinitiative mit 148:0. Die Einheitskasseninitiative lehnt er mit 152:0 ab. Eine totale Abfuhr erhielt auch die kantonale Transparenzinitiative der Juso: Nein mit 146:0.