Andreas Glarner, Gemeindeammann von Oberwil-Lieli und SVP-Nationalrat, kann Diskussionen hart führen. So geschehen in der laufenden Asyldiskussion – auch in seiner eigenen Gemeinde. Und so manchen bringt er damit zur Verzweiflung. Entsprechend ausfallend sind die Reaktionen. Jetzt hat aber Andreas Glarner mal genug: Gegen die jüngsten Anwürfe wehrt er sich – juristisch.

Auf Facebook schreibt er am Karfreitag: «Jetzt habe ich die Nase voll von den Beschimpfungen auf Twitter + Co. Ich reiche morgen 3 Strafanzeigen gegen diese linken Brüder ein!» Glarner polemisch, wie man ihn kennt: «Linke Brüder».

Strafanzeigen

Das Foto zum Post zeigt drei Schreiben mit dem Briefkopf als Nationalrat. Der Titel: «Strafanzeige gegen unbekannt».

Glarner bezieht sich die Tweets von drei Usern, wovon ihn der eine als «dummes Nazischwein» tituliert. «Auf Twitter sind die Anwürfe unerträglich», sagt Glarner am Freitag auf Nachfrage. «Sie wissen, was die Nazis gemacht haben. Ich lasse mich nicht mit denen in einen Topf werfen.»

Die Anzeigen-Schreiben von Andreas Glarner wegen übler Nachrede

Die Anzeigen-Schreiben von Andreas Glarner wegen übler Nachrede

Für Glarner ist hier eine rote Linie überschritten. Er will sich wehren: «Bei Beschimpfungen wie Nazi oder Braun ist fertig.» Man dürfe ihn einen «dummen Siech» nennen, damit habe er kein Problem, aber nicht «Nazi». Das sei eine ganz andere Kategorie.

Wie passt das damit zusammen, dass Glarner schon selbst Anzeigen wegen Verstosses gegen das Antirassismusgesetz erhalten hat? Der SVP-Nationalrat wehrt ab. «Das Antirassismusgesetz ist nur dazu da, um die Wahrheit mundtot zu machen.» Das ist die Haltung der SVP, weil sie mit ihren Politbotschaften hart an der Grenze des guten Geschmacks operiert.

Hassbotschaften gegen Nationalräte

Wie viele solcher Hassbotschaften Glarner erhält, will er nicht sagen. Klar ist, dass sich Nationalräte so einiges anhören müssen. Nicht nur jene der SVP. Um keine Nachahmer zu motivieren, schweigen sich die Betroffenen darüber aus.

Am Samstag jedenfalls geht Glarner auf die Post, die Anzeigen einzureichen. Seine Briefe an die Kantonspolizei Bremgarten enden mit dem Satz: «Ich bitte Sie höflich, den Täter zu ermitteln und entsprechend zu bestrafen.»

20 Minuten in 100 Sekunden: Die Essenz des Schlagabtauschs zwischen Glarner und Molina

So diskutiert Andreas Glarner (SVP) mit Fabian Molina (Juso). 20 Minuten in 100 Sekunden: Die Essenz des Schlagabtauschs zwischen Glarner und Molina