SVP-Parteitag

SVP liefert sich ein Duell: Volk soll den Bundesrat wählen

SVP-Präsident Toni Brunner. KEY

SVP-Präsident Toni Brunner. KEY

Die Partei fasste ihre Abstimmungs-Parolen für den 9. Juni. SVP-Präsident Toni Brunner kam, warb für die Volkswahl des Bundesrats und überzeugte fast alle.

Stehend sang die SVP Aargau die Nationalhymne. Alle waren sie gekommen an den Kantonalparteitag in die Turnhalle Hägglingen am Mittwochabend –  nur Landammann Hürzeler liess sich entschuldigen. Dafür gab sich Toni Brunner die Ehre.

Handschüttelnd bahnte sich der SVP-Präsident einen Weg durch die Sympathisanten und schenkte jedem ein Lächeln, der eines wollte. Brunner war gekommen, um die Vorzüge der Volkswahl des Bundesrats zu rühmen.

Parteitag der SVP

SVP-Parteitag

Es war der Höhepunkt des Abends und SVP-Kantonalpräsident Thomas Burgherr war sichtlich stolz, dass die SVP-Initiative am Parteitag kontrovers diskutiert wurde. Trat doch Nationalrat Maximilian Reimann an, um gegen die Volkswahl zu kämpfen. Ein Duell in den eigenen Reihen – gespalten hat es die SVP Aargau nicht.

Er traue dem Volk die Wahl des Bundesrats zu, sagte Toni Brunner. In Bern aber – und dort sei er jetzt schon genug lang dabei – traue er nicht jedem. Würde das Volk wählen, müsste sich der Bundesrat den eigentlichen Problemen zuwenden.

«Oder macht der Bundesrat heute seine Arbeit im Bereich Zuwanderung und Asylpolitik?» Und Brunner sagte auch, was mit jenen passieren würde, die ihre Arbeit nicht machten: «Die würden abgewählt.» Brunners Rede überzeuge 105 SVP-Mitglieder.

Die Schattenseiten der Volkswahl

Nationalrat Reimann hatte einen schweren Stand. Nur 21 Personen glaubten ihm, dass es für die SVP auch eine Schattenseite haben könnte, wenn das Volk den Bundesrat wählen würde. Reimanns Angst: Die Bundesräte würden vier Jahre Wahlkampf betreiben und die SVP hätte es schwierig, bei der Wahl einen «reinzubringen», weil SP und Grüne im Zweifelsfall links wählen.

Bitte weibeln

Nationalrat Luzi Stamm referierte über die jüngste Asylgesetzrevision. Es überraschte nicht, dass sich die Aargauer SVP in diesem Thema einig war. Geschlossen beschlossen sie die Ja-Parole. Luzi Stamm hatte sich trotzdem ins Zeug gelegt dafür: «Wer, wenn nicht wir, soll das Asylproblem lösen», sagte Luzi Stamm.

Ebenfalls ein Ja beschloss die Partei bei der kantonalen Vorlage zur Südwestumfahrung Brugg. Grossrat Martin Keller bat die Anwesenden für die Umfahrung «ein bisschen zu weibeln», schliesslich komme die Umfahrung dem öV und dem Individualverkehr zugute. «Alle gewinnen.»

Sympathien gewinnen wollte auch der Hägglinger Gemeindeammann Urs Bosisio. Er nutzte die Gunst der Stunde, um sein Dorf anzupreisen: «2320 Einwohner, Steuerfuss 95 Prozent, 33 Landwirtschaftsbetriebe, Ausländeranteil unter 12 Prozent.» Ein paar ältere Männer nickten anerkennend.

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