Reitnau

SVP-Kantonalpräsident betreibt in Hochuli-Dorf neu das Dorflädeli

Thomas Burgherr ist froh, dass der Dorfladen nun erhalten bleibt.

Thomas Burgherr ist froh, dass der Dorfladen nun erhalten bleibt.

SVP-Kantonalpräsident Thomas Burgherr kämpft mit Geld aus dem eigenen Sack gegen das Lädelisterben. Er hat in Reitnau, dem Wohnort der grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli, kurzerhand den Dorfladen übernommen und so zwei Stellen gerettet.

In Randregionen verkleinert sich das Angebot an Schulen, Poststellen und öffentlichem Verkehr. Geschäfte schliessen, Arbeitsplätze gehen verloren, jüngere Einwohner ziehen weg. Dass sich eine solche Entwicklung nicht völlig aufhalten liesse, sei ihm klar, sagt Thomas Burgherr, Präsident der Aargauer SVP. Dennoch: Die ländlichen Gebiete zu stärken, ist ihm ein wichtiges Anliegen. Privat wie auch politisch. 

Vor ein paar Jahren sei in seiner Gemeinde, in Wiliberg, der öV aufgehoben und die Volksschule geschlossen worden. Diesen Sommer drohte auch dem vier Kilometer entfernten Reitnau ein Verlust: Der Pächter der Bäckerei Hunger gab nach drei Jahren sein Geschäft auf. Als Mitbesitzer der Liegenschaft wusste Burgherr zwar frühzeitig Bescheid. Die Suche nach einem neuen Pächter verlief indes erfolglos. Nur: Das Geschäft einfach schliessen zu lassen, kam nicht infrage. «Erstens gab es Angestellte und zweitens deckte der Laden ein Bedürfnis ab im Dorf.» Also packte Burgherr selber an. Er übernahm das Geschäft und gründete eine GmbH. Er investierte in neue Ware und ernannte Silvia Scherrer zur Geschäftsführerin; ein Jahr arbeitete sie bereits für das vormalige Geschäft. Ihr könne er vertrauen. 

Und das alles ausgerechnet im Wohnort der grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli, der er als Regierungsratskandidat bei den letzten Wahlen 2011 den Sitz abjagen wollte – auch wenn er das offiziell nicht so sagte.

Neue Verkaufswege finden

Burgherr ist stolz, dass dank dem neuen Dorfladen weiterhin zwei Arbeitsplätze in Reitnau erhalten bleiben. Bald soll sogar eine dritte Person in einem Teilzeitpensum angestellt werden. Denn seit der Eröffnung im Juli sei der Laden gut angelaufen. Tatsächlich gehen die Kunden ein und aus, in der Kaffee-Ecke ist kein freier Platz. Eine ältere Frau kommt mit einem prall gefüllten Einkaufskorb aus dem Geschäft. Sie sei froh, noch immer im Dorf einkaufen zu können, sagt sie. Profitieren sollen nicht nur Konsumenten, sondern auch die regionalen Landwirte. Burgherr setzt auf einheimische Früchte, Gemüse, Eier und Fleisch. Die Back- und Confiseriewaren liefert «Käthis Backstübchen» aus Bottenwil.

Obwohl der Grossrat neben der Holzbaufirma nun auch ein Lebensmittelgeschäft besitzt, dürfe man ihn hinter dem Tresen nicht erwarten. Er bleibe im Hintergrund. Allerdings hat er für den Dorfladen bereits eine neue Geschäftsidee: einen Hauslieferdienst. Darüber mache er sich derzeit Gedanken. Vor allem aber will er den neuen Laden gut in die Gemeinden Reitnau, Attelwil und Wiliberg integrieren. Deshalb veranstaltet er am 23. August einen speziellen Tag für die Bevölkerung.

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