Aargauer Regierungsratswahlen
SVP-Kandidatin Roth sagt wegen Grünen-Präsident Fricker TV-Talk ab

Eigentlich hätte sie im Zentrum der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 seine sollen: Franziska Roth, die Kandidatin, die der SVP einen zweiten Aargauer Regierungssitz einbringen soll. Doch plötzlich sagt sie ihre Teilnahme am Politgespräch ab.

Jürg Krebs
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Sie wird vom Aargauer SVP-Parteivorstand neben Alex Hürzeler als zweite Regierungsrats-Kandidatin vorgeschlagen: Die Richterin Franziska Roth. Alex Spichale

Sie wird vom Aargauer SVP-Parteivorstand neben Alex Hürzeler als zweite Regierungsrats-Kandidatin vorgeschlagen: Die Richterin Franziska Roth. Alex Spichale

Alex Spichale

Franziska Roth ist Präsidentin des Bezirksgerichts Brugg und seit vergangener Woche auch die Frau, die der SVP Aargau anlässlich der Wahlen vom Oktober einen zweiten Regierungssitz bringen soll.

Die 52-Jährige hätte am Dienstagabend in der Sendung «TalkTäglich» von Tele M1 zu ihren politischen Zielen Stellung nehmen können. Zusammen mit dem Präsidenten der SVP-Aargau, Thomas Burgherr, der Roths Kommen am vergangenen Donnerstag dem Sender bestätigt hatte. Das Thema: Die Regierungsratswahlen 2016 und der zweite Sitz der SVP. Hätte, denn Franziska Roth hat ihre Zusage wieder zurückgezogen und war auch durch ihren Parteipräsidenten nicht mehr umzustimmen.

Damit lässt Roth eine erste Gelegenheit aus, sich den Wählerinnen und Wählern erstmals politisch, inhaltlich zu präsentieren. Das verwundert, denn sie ist darauf angewiesen, an Bekanntheit zuzulegen. Eine Umfrage von Tele M1 hatte letzte Woche ergeben, dass sie nur wenigen Leuten bekannt ist.

Der Grund für Roths Absage: Sie trete nicht gegen Jonas Fricker an, den Präsidenten der Aargauer Grünen, sagte sie Tele-M1-Chefredaktor Stephan Gassner. Zudem trete sie nicht in einem Streitgespräch auf, bevor sie nicht offiziell nominiert ist. Die Bestätigung der Nomination durch die Parteibasis steht noch aus.

Fricker war eingeladen, weil die SVP mit Roths Kandidatur offensichtlich auf den Sitz von Grüne-Regierungsrätin Susanne Hochuli abzielt und auch schon deren Rücktritt gefordert hatte. Die SVP hatte deshalb bereits an bürgerliche Geschlossenheit appelliert. Doch FDP und CVP liessen daraufhin verlauten, dass sie für ein solches Abwahl-Manöver nicht zu haben seien.

Roth selbst stellt in Abrede, dass sie im Wahlkampf explizit gegen Hochuli antreten wolle.