Interview
SVP-Kandidatin Müller-Boder: «Ich habe Verständnis für Pegida»

Nationalratskandidatin Nicole Müller-Boder nimmt im Interview Stellung zur Pegida-Bewegung. Sie ist dem Islam gegenüber kritisch eingestellt und betont zugleich, dass der Islam zu akzeptieren und tolerieren sei, wie jede andere Religion auch.

Fabian Hägler
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Ähnlich wie SVP-Staatsrat Oskar Freysinger ist auch Nationalratskandidatin Nicole Müller-Boder dem Islam gegenüber kritisch eingestellt.

Ähnlich wie SVP-Staatsrat Oskar Freysinger ist auch Nationalratskandidatin Nicole Müller-Boder dem Islam gegenüber kritisch eingestellt.

Zur Verfügung gestellt

In früheren Wahlkämpfen sorgte SVP-Hardliner Andreas Glarner mit den Plakatkampagnen «Maria statt Scharia» und «Baden oder Bagdad, Aarau oder Ankara» für Aufsehen. Auch die 36-jährige Nationalratskandidatin Nicole Müller-Boder steht dem Islam kritisch gegenüber.

In Dresden demonstrieren seit Wochen «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» – was halten Sie von der Pegida-Bewegung?

Nicole Müller-Boder: Ich habe ein gewisses Verständnis für Pegida. Das Volk kann in Deutschland nicht abstimmen und hat somit nichts zu sagen. Sie können sich also nur mit Demonstrationen wehren und ihre Meinung kundtun. In der Schweiz ist dies anders. Nur werden leider Volksentscheide nicht umgesetzt – wenn dies so bleibt, wird es auch bei uns nötig auf die Strasse zu gehen und zu protestieren.

Pegida ist umstritten, weil auch Rechtsradikale mitmarschieren. Was sagen Sie zu Extremismus-Vorwürfen der Pegida-Gegner?

Pegida stellt teilweise dieselben Forderungen wie die SVP, was sich auch mit meinen deckt. Allerdings bin ich strikte gegen Gewalt. Wenn sie dazu aufrufen, den Koran zu verbrennen, stellen sie sich mit den Islamisten, welche die Bibel verbrennen, gleich. Ebenfalls bin ich gegen Extremismus. Und inwieweit Pegida extrem ist, ist noch nicht so ganz klar.

Es gibt aber auch Stimmen, die Pegida verbieten wollen.

Man muss sich eher fragen, warum ein solcher Verein ins Leben gerufen wurde. Die Menschen haben Angst, und diese ist in meinen Augen auch berechtigt. Sie beginnen sich zu wehren. Dies kann ich verstehen.

Sie setzen sich gegen die Islamisierung der Schweiz ein. Welche Anzeichen sehen Sie dafür?

Es kann nicht sein, dass wir unseren christlichen Glauben zugunsten des Islam in die Ecke drängen. Keine Kreuze in Schulzimmern, kein Weihnachten feiern im Kindergarten – das geht nicht. Es braucht offenbar Gesetze, die unseren eigenen Glauben und unsere Werte schützen. Kein islamisches Land würde tolerieren, dass das Christentum oder eine andere Religion Forderungen stellt oder gar verlangt, dass man sie ihrem Glauben gleich stellt. Für islamische Länder gilt nur der Islam. Dies ist in der Schweiz mit dem Christentum nicht so und das verlange ich auch nicht. Doch wir sind ein christliches Land, und das darf und soll auch so bleiben.

Was wollen Sie konkret unternehmen, um dies zu erreichen?

Das Christentum muss geschützt werden. Der Islam ist zu akzeptieren und tolerieren, wie jede andere Religion auch. Doch wir benötigen keine Extrawürste wie Islam als Landeskirche, spezielle Umkleideräume, Dispens vom Schwimmunterricht usw. Wir müssen zu unseren Werten stehen und diese verteidigen. Dies tut der Islam in seinen Ländern auch.

Wie stehen Sie zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien oder anderen islamischen Ländern?

Es muss konsequent darauf geschaut werden, welche Asylanten wir aufnehmen. Echte Flüchtlinge sollen ihren Platz bei uns haben, das sind aber übrigens nicht jene, welche nach mehr Toleranz ihrer Religion gegenüber schreien oder anderweitig Forderungen stellen.