Die Schweizerische Hochschulkonferenz (SHK), das oberste hochschulpolitische Organ des Landes, basierend auf dem neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG), hat sich konstituiert. Die Wahl war im Aargau mit Spannung erwartet worden, denn sein Sitz war im Vorfeld nicht gesichert.

Grösster Kanton ohne eigene Uni

Im 15-köpfigen Gremium unter Leitung von Bundesrat und Bildungsminister Johann Schneider-Ammann waren die zehn Kantone mit einer eigenen Universität gesetzt: Zürich, Bern, Basel, St. Gallen, Luzern, Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg und Tessin.

Für die Nicht-Universitätskantone blieben somit vier Sitze. Dafür bewarben sich fünf Kantone: Aargau, Baselland, Schwyz, Graubünden und Jura. Baselland rechtfertigte seinen Anspruch damit, dass der Kanton gleich viel Geld an die Universität Basel zahle wie der Stadtkanton. Doch in der gestrigen Ausmarchung blieb die Landschäftler Kandidatur auf der Strecke. Die Berücksichtigung zweier Halbkantone wurde als Übervertretung taxiert.

Der Aargau ist der viertgrösste Kanton der Schweiz, der grösste ohne eigene Universität – und jener, der mit Abstand am meisten Geld für seine Studierenden an die Uni-Kantone abliefert.

Gewicht für Fachhochschulen

Doch nicht nur Grössen-Erwägungen prägten die Konstituierung. Es ging auch um die Berücksichtigung der Fachhochschulen gegenüber den Universitäten und den ETHs. Bisher hatten alle Hochschultypen ihr eigenes Leitungsgremium. Bei der Zusammenfügung zu einem einzigen war es für die noch jungen Fachhochschulen wichtig, angemessen vertreten zu sein.

Der Aargau ist mit Abstand der grösste Partnerkanton der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Die FHNW wiederum ist die drittgrösste Fachhochschule des Landes und ein Musterbeispiel an interkantonaler Kooperation.

Die Sitze in der Hochschulkonferenz werden von den Bildungsdirektoren besetzt. Den Aargauer Sitz nimmt also Regierungsrat Alex Hürzeler ein.