Benjamin Giezendanner
SVP-Grossrat wird Papi – bezahlten Vaterschafts-Urlaub lehnt er aber ab

Die zuständige Nationalratskommission hat einer parlamentarischen CVP-Initiative für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zugestimmt. Nichts davon hält dagegen SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner.

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Väter müssen nach der Geburt meist gleich wieder arbeiten. Nun könnten auch die Papis bald mehr Zeit mit dem frischen Nachwuchs bekommen.

Am Mittwoch hat die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK) einem zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zugestimmt, den eine parlamentarische Initiative CVP verlangt. Als nächstes wird somit der Nationalrat selbst darüber befinden.

Angehender SVP-Papi findet es nicht gut

Die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel begründet die Wichtigkeit der Vorlage ihrer Partei gegenüber Tele M1: «Väter sollen auch früh an der Kleinkinderbetreuung mitwirken können.» Verschiedene Branchen hätten bereits einen Vaterschaftsurlaub, betont Humbel. «Es ist nur richtig, dass dieser alle Vätern zugute kommt.» Zustimmung findet sie bei einer nicht repräsentativen Strassenumfrage von Tele M1 in der Stadt Aarau.

Nichts von einem bezahlten Vaterschaftsurlaub hält der angehende Papi und SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner. Er erklärt gegenüber Tele M1: «Ich bin dagegen. Wenn ein Vater dabei sein will, kann er seine Ferien beziehen.» Für Giezendanner ist dies eine Entscheidung, die jede Familie für sich fällen müsse. Er betont jedoch: «Persönlich glaube ich aber, dass es eine sehr wertvolle Zeit für eine junge Familie ist.»

Finanzierung über Erwerbsersatzordung

Die zehn freien Tage könnten am Stück oder verteilt auf ein halbes Jahr nach der Geburt bezogen werden. Entschädigt würden wie beim Mutterschaftsurlaub 80 Prozent des Lohns, aber höchstens mit 198 Franken pro Tag.

Wie der bestehende Mutterschaftsurlaub soll auch der Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert werden. Deswegen manifestiert sich bereits Widerstand. Die Befürworter argumentieren, dass diese wegen der schrumpfenden Armee Überschüsse produziere. Die EO-Rechnung hat 2014 mit einem Plus von 122 Millionen Franken abgeschlossen. (edi)

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