Im März äusserte SVP-Grossrat Daniel Aebi Zweifel am wahren Alter von manchen unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern. Häufig weiche das biologische vom offiziellen Alter ab und eigentlich erwachsene Asylbewerber würden vom Sonder-Status der Minderjährigen profitieren, vermutete er. Um das zu ändern, reichte Aebi einen Vorstoss im Grossen Rat ein. Er forderte, dass die jungen Flüchtlinge zwingend auf ihr biologisches Alter untersucht werden müssen. Durchführen solle das die forensische Abteilung des Kantonsspitals Aarau.

Nun hat die Kantonsregierung Aebis Vorstoss beantwortet. Die Antwort fiel kurz aus, denn viel zu sagen gibt es nicht: «Die Durchführung des Asylverfahrens liegt in der Kompetenz des Bundes und wird durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) ausgeführt», so der Regierungsrat. Der Kanton habe bei den Alterskontrollen keinen Handlungsspielraum. Der Bund führe aber Altersbestimmungen durch, wenn Zweifel am echten Alter bestünden. Der Regierungsrat geht auch konkret auf die forensischen Methoden ein: «Einige, wie zum Beispiel das Röntgen der Hand, sind nicht immer zuverlässig.» Der Bund arbeite momentan an einem neuen Modell zur Altersbestimmung mit genaueren Untersuchungen.

Aebi forderte auch, dass Aargauer Ärzte, denen Unstimmigkeiten betreffend des Alters ihrer Patienten auffallen, von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden werden. Auch hier hält die Aargauer Regierung fest, man sei für solche Regelungen nicht zuständig. Der Regierungsrat verweist aber darauf, dass im Nationalrat momentan zwei Motionen zum Thema hängig seien, die Ähnliches fordern wie Aebi. (NGü)