Praxiskette

SVP-Grossrat Fessler zu MeinArzt-Debakel: «Kanton will sich aus der Verantwortung ziehen»

Fessler will sich an der heutigen Sitzung des Grossen Rates an Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (SVP) wenden.

Fessler will sich an der heutigen Sitzung des Grossen Rates an Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (SVP) wenden.

Die Gemeinderat von Mellingen erwartet vom Kanton mehr Unterstützung. Vor kurzem schloss in der Gemeinde eine MeinArzt-Praxis.

Der Fall der Praxiskette MeinArzt erreicht die Aargauer Politik. Roger Fessler, der Leiter des Betreibungsamts in Niederrohrdorf, hat mehr Unterstützung vom kantonsärztlichen Dienst erwartet. Er und seine Mitarbeitenden übernahmen kurzfristig die Patientendossiers der MeinArzt-Praxis in Niederrohrdorf, kurz bevor diese schloss. Dutzende Patienten stürmten das Betreibungsamt, um ihre Dossiers abzuholen. Einige hundert liegen aber noch dort. Auf einem Computer der Arzt-Praxis dürfte sich noch eine grössere Menge an Dossiers befinden. 

Fessler und seine Mitarbeitenden hatten alle Hände voll zu tun. Er ist auch Gemeinderat in Mellingen und SVP-Grossrat. "Der kantonsärztliche Dienst will sich aus der Affäre ziehen und nichts damit zu tun haben", sagt er der Lokalzeitung "Reussbote" in der heutigen Ausgabe. "Das geht nicht." 

Fessler will sich deshalb an der heutigen Sitzung des Grossen Rates an Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (SVP) wenden, dem das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) untersteht. Der Kantonsärztliche Dienst gehört zum DGS. 

Nach der Schliessung einiger Aargauer Praxen der Kette reagierte schon der Aargauische Ärzteverband mit Sorge. Präsident Jürg Lareida sagte: «Es zeigt sich, dass Fremdinvestoren im Gesundheitswesen gefährlich sind und dass Arztpraxen in ärztlicher Hand sein müssen.»

Bewilligungen für Ärzte sollten besser abgeklärt werden, fordete Lareida im Namen des Ärzteverbandes. Auch sollten die Bedingungen für freischaffende Ärzte verbessert werden. (pz)

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