Das war dann doch zuviel des Guten: Andreas Glarner hat eine Klassenliste des Primarschlhauses Bircheln in Dübendorf auf Facebook veröffentlicht, und dazu geschrieben: «... die arme ... wird wohl auch keinen Cervelat mitbringen dürfen. Schweizer, wacht auf!». Er spielt damit auf die Schule Strengelbach an, wo eine Lehrerin die Kinder darum gebeten hatte, kein Schweinefleisch zu einem gemeinsamen Essen mitzubringen, mit Rücksicht auf die Muslime.

Eine Klassenliste mit Vor- und Nachnamen der Schüler darf auf Facebook aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden. Glarner hat den Post wieder gelöscht. Allerdings aus einem anderen Grund: «Mir wurde bewusst, dass dieses Mädchen (mit dem Schweizer Namen, Anm. d. Redaktion) geoutet würde und es nicht korrekt wäre, dieses so ans Licht zu ziehen», sagt er gegenüber Tele M1.

Dass er auch die Perönlichkeitsrechte der ausländischen Mitschüler verletzt, scheint den SVP-Politiker nicht zu stören. Hätte er alle Namen anonymisiert, hätte man ja gar nicht verstanden, um was es gehe, so seine Rechtfertigung.

Kritik von Susanne Hochuli

Alt-Regierungsrätin Susanne Hochuli findet solche Aussagen gefährlich: «Schon seine Voten im Grossen Rat waren oft unter der Gürtellinie. Ich glaube, wenn Politiker das machen, wird es irgendwann salonfähig.» Als Politiker solle man doch eine Vorbildrolle haben, findet sie. 

Glarner ist mit der Löschung zwar zurückgekrebst. Provozieren wird er aber auch in Zukunft. Er sieht sich dabei offenbar als eine Art Anführer: «Schauen Sie, es braucht immer einen Winkelried, der dreingeht», sagt er zu Tele M1. Die Mannschaft folge ihm dann. Diese Rolle müsse irgendwer wahrnehmen.

Arnold Winkelried gilt als Held der Schlacht von Sempach am 9. Juli 1386: Er soll ein Bündel Lanzen der habsburgischen Ritter gepackt und – sich selbst aufspiessend – eine Bresche für die anderen Eidgenossen geschlagen haben. Insofern stellt sich Glarner heroischer dar als sein Vorbild: Winkelried opferte sich nämlich – und starb.