Am vergangenen Abstimmungssonntag am 8. März zogen die Meinungsforscher einen schwarzen Tag ein – wieder einmal, nicht zum ersten Mal, mögen Kritiker sagen.

Keine Umfrage liess im Vorfeld die rekordverdächtigen Nein-Resultate erahnen. Die Meinungsforschungsinstitute lagen einmal mehr daneben mit den Einschätzungen.

Giezendanner will Umfragen vor Abstimmungen verbieten und vergleicht Meinungsforscher Longchamp mit Hellseher Mike Shiva, das Video:

Ueli Giezendanner will Meinungsumfragen verbieten

Ueli Giezendanner will Meinungsumfragen verbieten

In Bundesbern sei der Ärger über die Demoskopen über alle Parteien hinweg gross, auch und gerade weil sie mit ihren fehlbaren Zahlen jeweils für unnötige Hektik und mancherlei Fehlstrategien in den Schaltzentralen sorgen. Das sagt der Aargauer SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner.

Er hat genug von den «schlechten Umfragen», die im Auftrag der SRG und damit mit öffentlichen Geldern durchgeführt werden. «Man könnte künftig auch Mike Shiva fragen, der wäre vielleicht sogar günstiger als Longchamp», giftelt Giezendanner.

Der Aargauer SVP-Nationalrat kämpft für ein gesetzliches Verbot, vier Monate vor einer Abstimmung öffentlich finanzierte Meinungsumfragen zu publizieren.

SP-Nationalrat Cédric Wermuth kann nur den Kopf schütteln: «Es ist einerseits ein Angriff gegen die öffentlich-rechtlichen Medien im Auftrag der privaten Mediengesellschaften  und andererseits ist es ein Frontalangriff gegen die freie Meinungsäusserung – das lässt sich mit der Verfassung nicht vereinbaren», so Wermuth gegenüber Tele M1.

Im Rat dürfte Giezendanner wenig Chancen auf Erfolg haben. Bereits vor vier Jahren wurde eine ähnliche Initiative der SVP abgelehnt. (nch)