Kantonsspital Aarau

SVP-Gallati soll zum Spital-Praktikum antraben – weil er Chefarzt-Löhne kürzen will

Jean-Pierre Gallati vor dem Kantonsspital Aarau.

Jean-Pierre Gallati vor dem Kantonsspital Aarau.

SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallati setzt sich für eine höhere Spitaldividende an den Kanton ein. Als Reaktion wird er vom Kantonsspital Aarau zum Praktikum eingeladen. Gallati weiss schon, wo er dieses absolvieren möchte.

Das Kantonsspital Aarau soll mehr Geld in die Staatskasse abliefern. Das forderte die Finanzkommission im Grossen Rat: Sie beantragte, die Dividende des Spitals an den Kanton um 100'000 Franken zu erhöhen, dies wären pro Jahr 4,2 Millionen Franken. 

Während sich mehrere Grossräte kritisch zum Antrag äussern, gratuliert SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallatti der Kommission. Es sei der einfachste Weg, um zu 4,2 Millionen Franken Dividenden zu kommen, sagt er. Die Betriebsführung des KSA ist Gallati schon längerem ein Dorn im Auge. „Das KSA verpasst die Eigentümerziele seit Jahr und Tag“, sagt er im Grossen Rat.  Er hätte keine Hemmungen, bei einem Chefarztlohn von 700‘000 bis 900‘000 Franken sogar noch mehr zu verlangen. Schliesslich wird der Antrag jedoch mit 78 zu 52 Stimmen abgelehnt.

Jean-Pierre Gallati soll im KSA antraben

Die Reaktion des KSA auf Gallatis Aussagen im Grossen Rat lässt nicht lange auf sich warten: CEO Robert Rhiner lädt Jean-Pierre Gallati ins Kantonsspital ein. Zu einem Praktikum. Dort soll er seine Sachkenntnis über das Kantonsspital verbessern können. Im Rahmen des 130-Jahr-Jubiläums hat das KSA das Prominenten-Praktikum ins Leben gerufen. Marco Rima hat schon einen Tag Verbände gewechselt und kleine Patienten erheitert, Pepe Lienhard wird nächste Woche sein Praktikum antreten.

Jean-Pierre Gallati ist wenig begeistert ob dieser Idee. «Einen Anwalt in einem Spital einzusetzen ist riskant», sagt er. Wegen der fehlenden Fachkenntnisse. Statt Praktikumsaufgaben zu absolvieren will er lieber gleich richtig mitarbeiten. «Ich möchte mein Praktikum in der Finanzbuchhaltung absolvieren», sagt Gallati. «Dort kann ich die Löhne der Chefärzte kontrollieren.»

Bei den Chefarzt-Löhnen sieht Gallati durchaus Potenzial nach unten, um die Dividende für den Kanton zu erhöhen. «Das KSA ist eingeladen, die Löhne der Chefärzte offenzulegen», sagt er. Dann sei je nach Lohnstufe und Fachgebiet zu entscheiden.

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