Höchster Aargauer

SVP-Furer will Grossratspräsident werden, kommt jetzt aber wegen Corona-Aussagen unter Druck

Aargauer Grüne wollen SVP-Parteisekretär nicht als höchsten Aargauer. Ein Bericht von TeleM1.

Aargauer Grüne wollen SVP-Parteisekretär nicht als höchsten Aargauer. Ein Bericht von TeleM1.

Grünen-Präsident Hölzle will Pascal Furer als Grossratspräsident verhindern. Er sei wegen seiner Corona-Aussagen nicht wählbar. Auch CVP-Fraktionschef Alfons Paul Kaufmann spricht von einem «Affront».

Pascal Furer wurde am Sonntag als Grossrat wiedergewählt und wird voraussichtlich das Kantonsparlament im nächsten Jahr präsidieren. Der SVP-Mann aus Staufen ist zurzeit Vizepräsident des Grossen Rates. Die Wahl zum höchsten Aargauer ist eigentlich Formsache. Doch jetzt formiert sich Widerstand.

Daniel Hölzle, Präsident der Grünen Aargau, kündigte am Sonntag im Wahltalk von Tele M1 in der Runde der Parteipräsidenten an, dass er Furer als Grossratspräsidenten verhindern will und die anderen Parteien aufruft, dies zu unterstützen. Grund für die Hölzles Vorhaben sind Pascal Furers Haltung zu den Coronamassnahmen im Allgemeinen und jüngste Aussagen im Speziellen.

Aussage brachte das Fass zum Überlaufen

Furer machte nie einen Hehl daraus, dass er den Umgang mit der Coronapandemie für übertrieben hält. Auf Facebook postet er regelmässig Zahlen und betont, nur die Anzahl Hospitalisierungen seien relevant, und weil die stets tief blieben, seien eingreifende Massnahmen unnötig, allen voran die Maskenpflicht.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat für Hölzle Furers schriftliche Aussage in seiner Funktion als SVP-Sekretär gegenüber einem Bürger, «die SVP würde alle Massnahmen sofort abschaffen und den Schutz auf die Risikogruppe fokussieren». Gegenüber der AZ präzisierte Furer letzte Woche, er leugne Corona keineswegs, es könne zu schweren Verläufen kommen, vor allem bei alten, schon kranken Menschen, «aber das Virus hat sich schon stark abgeschwächt; die Massnahmen gegen Corona führen zu mehr Todesopfern als Corona selbst».

Furer soll sich von Aussagen distanzieren

Nicht nur Hölzle ist empört über Furers Aussagen. Auch CVP-Fraktionschef Alfons Paul Kaufmann spricht gegenüber Tele M1 von einem «Affront». Hölzle fordert Furer im TV-Beitrag auf, sich von seinen gemachten Aussagen zu distanzieren. Sonst halte er ihn nicht für wählbar. Furer selber wollte am Sonntag zu seinen Corona-Aussagen nichts mehr weiter hinzufügen, dem Vernehmen nach auch auf Anraten aus seiner Partei. (roc)

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