Reaktion
SVP-Fraktionschef Andreas Glarner: «Es gab kein Komplott»

Ohne die Stimmen der grössten Fraktion wäre der SP-Sprengkandidat nicht in den Bankrat gewählt und Ruth Humbel nicht abgewählt worden. SVP-Fraktionschef Andreas Glarner dementiert aber ein Komplott in aller Form.

Urs Moser
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A. Glarner.az

A. Glarner.az

Glarner besteht ausdrücklich darauf: «Es gab kein Komplott.» Ausser dem Einverständnis, ihren Kandidaten Beni Strub zu einer Anhörung einzuladen, habe es keinerlei Gespräche mit der SP über die Bankratswahlen gegeben. Ebenso wenig einen Beschluss der SVP-Fraktion und auch keine Empfehlung zur Abwahl von Ruth Humbel.

Ihr Name sei bei der Vorbereitung des Wahlgeschäfts allerdings schon gefallen, bestätigt Glarner. Von einzelnen Fraktionsmitgliedern seien ihre Haltung zum US-Steuerdeal und der Umstand kritisiert worden, dass die bisherigen Bankratsmitglieder kein Assessment durchlaufen mussten.

Humbel zeichne sich schliesslich nicht durch spezielle Kenntnisse des Bankenwesens aus. Der SP-Kandidat habe dagegen einen hervorragenden Auftritt gehabt: glaubwürdig und authentisch, aber nicht akademisch abgehoben. «Unsere Leute haben Strub gewählt, aber keineswegs unisono Humbel gestrichen», fasst Glarner zusammen.

Regierung ist an Abwahl schuld

Die Schuld für den Wahlausgang schiebt er der Regierung zu, er habe sie im Vorfeld auch darauf aufmerksam gemacht, dass ein Wahlvorschlag ohne Auswahlmöglichkeit ungeschickt sei.

«Das kam schlecht an, manche Grossräte fragten sich, ob wir eigentlich eine Wahl- oder Abnickbehörde sind.» Genügend qualifizierte Kandidaten habe es gegeben. Das Geschäft sei aber genau darauf ausgelegt gewesen, Ruth Humbel nicht zu gefährden, und diese Taktik sei nun eben grandios gescheitert.