Wahlfeier

SVP bleibt über der magischen 30-Prozent-Marke – und feiert ohne Maske

Die SVP bleibt stärkste Kraft: Parteipräsident Andreas Glarner (Mitte) gratuliert den Regierungsräten Jean-Pierre Gallati und Alex Hürzeler (v.l.).

Die SVP bleibt stärkste Kraft: Parteipräsident Andreas Glarner (Mitte) gratuliert den Regierungsräten Jean-Pierre Gallati und Alex Hürzeler (v.l.).

Die beiden Regierungsräte sind wiedergewählt, der Sitzverlust ist verkraftbar: Die SVP hatte gestern Grund zum Feiern.

SVP-Aargau-Präsident An­dreas Glarner schlägt mit dem Löffel gegen sein Glas. Die anwesenden SVP-Mitglieder im Saal des Restaurants Schützen in Aarau verstummen. Glarner ergreift aber nicht selber das Wort, stattdessen blicken alle gespannt auf die Leinwand, wo Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga erklärt, dass ab Mitternacht die Maskenpflicht schweizweit verschärft wird. Sommaruga sagt: «Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung Verständnis hat.» Ein SVP-Mitglied im Saal sagt: «Ich nicht.»

Die Anwesenden sitzen an fünf langen Tischen. Es wird gegessen, getrunken, geredet, gelacht. Bis auf das Servicepersonal und die Medienschaffenden trägt im Saal niemand eine Maske. Die SVP halte sich damit an die geltenden Vorgaben, betont Parteisekretär und Grossratsvizepräsident Pascal Furer. Das stimmt. Eine Ausnahme war die Partei damit trotzdem. Der neugewählte Grossrat Urs Winzenried, der aufgrund seines Alters zur Coronarisikogruppe gehört, bevorzugte es, draussen Red und Antwort zu stehen.

Aber eigentlich ist die SVP im «Schützen» zusammengekommen, um die Wahlen zu verfolgen und nicht, um der SP-Bundesrätin zu lauschen. Einfach nicht unter die 30-Prozent-Marke fallen. Das sei psychologisch wichtig, sagt Parteipräsident Andreas Glarner. Es ist der SVP gelungen. Sie hat zwar Wähleranteile verloren und in der nächsten Legislatur zwei Sitze weniger im Grossen Rat, aber sie ist über den magischen 30 Prozent geblieben. «Andi, das kommt gut», sagte der ehemalige Parteipräsident Thomas Burgherr bereits um 14 Uhr zu seinem Nachfolger.

«Ein hocherfreuliches Resultat. Die SVP ist die Wahlsiegerin»

Eine Stunde später kann Parteisekretär Pascal Furer das Schlussresultat verkünden. «Wir haben zwei Sitze verloren. Das ist etwa, was wir erwartet haben.» Er zählt alle gewählten SVP-Grossrätinnen und Grossräte auf, die Anwesenden applaudieren. Es ist nicht der letzte und lauteste Applaus an diesem Nachmittag. Den gibt es für die beiden wiedergewählten Regierungsräte Alex Hürzeler und Jean-Pierre Gallati.

Glarner übergibt den beiden einen Blumenstrauss und bedankt sich bei allen, die sich im Wahlkampf für die Partei engagiert haben, «för d’Büez». Gallati spricht von einem «hocherfreulichen Resultat». Die SVP sei mit 30,3 Prozent die Wahlsiegerin. Er und Hürzeler hofften nun auf eine gute Zusammenarbeit mit der Fraktion. Auch in Bezug auf die «Integration» des neuen Regierungsrates Dieter Egli zeigt sich Gallati zuversichtlich. Hürzeler stimmt ihm zu: «Beim Anstossen funktionierte es schon ganz gut.» Es werde gut weitergehen im Aargau, so Hürzeler.

Während sich viele Anwesende langsam verabschieden, kommt ein gut gelaunter Glarner zurück in den Saal. Er klopft Gallati auf die Schulter: «Albert Rösti gratuliert herzlich.» – «Und Marco Chiesa?», will Gallati wissen. Schliesslich präsidiert nun Chiesa und nicht mehr Rösti die SVP Schweiz. «Der ist auch zufrieden.» (nla)

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