Heute werden Asylsuchende, die auf ihren Aufenthaltsbescheid warten, in Klein- und Kleinstunterkünften verschiedener Gemeinden untergebracht. Das will der Kanton Aargau ändern und organisiert die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden komplett neu: Bereits ab 2019 sollen Asylsuchenden in Grossunterkünften mit einer Gesamtkapazität von 2900 Plätzen untergebracht werden. Das hat der Grosse Rat heute in einer Mitteilung verkündet.

Die vier Asylregionen im Aargau, in denen Grossunterkünfte geplant sind.

Dieses Vorhaben begrüsst auch die Aargauer SVP. «Eine solche Massnahme haben wir bereits vor Jahren gefordert», erklärt SVP-Grossrat Daniel Wehrli auf Anfrage der az. «Die heutige Regelung beschert den Gemeinden hohe Sozialkosten. Aus rationaler Sicht ist die Aufteilung auf wenige Grossunterkünfte darum sinnvoll.»

Im Rahmen der Neuorganisation der kantonalen Asylunterkünfte fordert Wehrli aber auch mehr Kontrolle. «Viele Asylsuchende, die einen Ausweisungsbescheid erhalten, tauchen heute einfach unter. Diese Leute müssen in den geplanten Asylzentren künftig bis zu ihrer kontrollierten Ausschaffung festgehalten werden.»

Ebenfalls fordert Wehrli, die Grossunterkünfte auf befristeter Basis zu betreiben, der Bevölkerung also alle drei oder vier Jahre ein neues Baugesuch zu stellen. «Solche Zentren sind ein riesiger Einschnitt für die jeweiligen Gemeinden. Sie dürfen nicht einfach für mehrere Jahrzehnte betrieben werden, es braucht das Vertrauen der Bevölkerung.»

Balz Bruder zum Projekt Grossunterkünfte für Asylsuchende

«Es wird eine tiefe zweistellige Zahl von Grossunterkünften brauchen»

Das Projekt Grossunterkünfte für Asylsuchende nimmt Formen an. Doch es gibt viele offene Fragen. Balz Bruder, Sprecher des Aargauer Sozialdepartements, gibt Antworten.