Wettbewerb

Svizra27 ist eine von drei Initiativen für eine Expo – am Schluss gibt es nur eine Landesausstellung

Svizra27 ist nur eines von drei Projekten, die um die Durchführung einer Landessausstellung konkurrieren.

Svizra27 ist nur eines von drei Projekten, die um die Durchführung einer Landessausstellung konkurrieren.

Die Projekte Svizra27, Nexpo und X27 konkurrieren sich um die Durchführung einer Landesausstellung. Durchsetzen wird sich nur einer der drei Ansätze.

Svizra27 ist eines von drei grösseren Projekten, die im Wettstreit um die Durchführung einer Landesausstellung stehen. Ebenfalls am Start ist das Projekt Nexpo, das eine dezentrale Landesausstellung in zehn Städten vorsieht. Stark dezentral ist die Organisation des dritten Projekts X27, das allerdings an einem Ort, wahrscheinlich auf dem Flughafen Dübendorf, stattfinden soll. Die drei Vorhaben könnten aber auch in anderen Belangen unterschiedlicher nicht sein.

Die grösste Differenz besteht bei den Trägerschaften: Svizra27 baut auf den traditionellen Verbands- und Wirtschaftsstrukturen auf; der Staat soll in der Entstehungsphase das Projekt nur begleiten. Nexpo wiederum ist eine städtische und damit staatliche Initiative; die bisherigen Vorarbeiten laufen alle in den bestehenden Behördenstrukturen.

X27 schliesslich steht in Distanz sowohl zu den politischen als auch zu den wirtschaftlichen Strukturen; im zivilgesellschaftlichen Crowd- funding sollen die Mittel generiert werden, die benötigt werden, um ein machbares Projekt zu entwickeln.

Weniger ausdifferenziert ist die Haltung, dass der Bund als Hauptgeldgeber in die Verantwortung genommen wird. Die Hälfte der nötigen Mittel soll er sowohl bei Svizra27 als auch bei der Nexpo beitragen. Das Konzept von X27 sieht vor, dass die ganze Finanzierung über Bundesmittel erfolgen solle. Naturgemäss hofft die Svizra27 auf Sponsoren, die einen Viertel der Einnahmen beitragen sollen. Bei der Nexpo soll der Beitrag der Privatwirtschaft weniger als zwanzig Prozent betragen.

Die Projekte werden teuer, aber alle günstiger als die Expo.02

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Budgets aller drei Wettbewerber noch sehr rudimentär. Immerhin nennt Nexpo einen Kostenrahmen von 600 Millionen Franken, X27 geht von 800 Millionen Franken aus und Svizra27 von einer Milliarde. Referenzgrösse ist bei allen die Expo.02, die finanziell aus dem Ruder gelaufen ist und schliesslich 1,6 Milliarden Franken gekostet hat.

Die Vorhaben unterscheiden sich auch dadurch, dass sie unterschiedlich interessengesteuert sind. Svizra27 verknüpft dabei die Interessen der Wirtschaft mit regionalpolitischen Aspekten. Ähnlich wie bei den gescheiterten Plänen einer Ostschweizer Expo am Bodensee soll nun mit der Nordwestschweiz eine andere Region, die noch nie eine Landesausstellung ausrichtete, eine solche erhalten.

Die Nexpo ist ein explizit urbanes Produkt. Obwohl sie dezentral organisiert werden soll, kokettiert sie mit der Zielvorstellung, der ländlich empfundenen Schweiz eine städtische Identität zu geben. X27 schliesslich ist weniger direkt interessengesteuert, dafür aber am stärksten modisch aufgeladen, eine nachhaltig vernetzte Schweiz zu repräsentieren. Sie schliesst damit am ehesten an die früheren konzeptionellen Überlegungen der Expo.02 an.

Die Macher hatten damals die Komplexität unterschätzt und die Landesausstellung musste von staatlichen Akteuren gerettet werden, die sich heute am ehesten bei Nexpo wiederfinden. Die Verbände, während Jahrzehnten die tragenden Säulen der schweizerischen Politik, hatten schon bei der Expo.02 nur noch wenig Einfluss.

Vielleicht erhält aber keines dieser Vorhaben vom Bund den Zuschlag. Seit vergangenem Dezember formiert sich auch das Projekt Muntagna. Das Ziel ist die erste Landesausstellung, die in den Bergen stattfinden würde.

Autor

Christian Mensch

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