Wahrscheinlich konnte Susanne Hochuli von ihrer früheren Ausbildung an der Ringier Journalistenschule profitieren. Gleich mehrmals nahm sie Roger Schawinski in der SRF-Talksendung das Wort ab und formulierte die Frage gleich selber. «Falls sie wissen wollen, ob ich nochmals kandidiere, ich weiss es nicht.» Und auch Bundesrätin wolle sie nicht werden, «weil es mich nicht interessiert».

Gleich zu Beginn spricht Schawinski die Regierungsrätin aus Reitnau auf ihr «grossartiges, charmantes Lachen an», mit dem sie Sympathien hole. «Ich bin jemand, der privat sehr viel lacht und ich muss auch sehr viel über mich selbst lachen», erwiderte sie darauf.

Susanne Hochuli Gast bei Schawinzki

Susanne Hochuli Gast bei Schawinzki

Während ihrer Moderationstätigkeit sei ihr aber auch schon vorgeworfen worden, sie lache zu viel und werde dadurch nicht ernst genommen. Schawinski sagte am Tag nach der Sendung: «Ich kannte sie vorher nicht, sie ist eine nette Dame, das ist auch ein wenig ihr Markenzeichen.»

Bettwil war nicht schlimmster Moment

Ziemlich schnell fragt Schawinski, welches ihr schlimmster Moment in ihrer Karriere als Regierungsrätin war und spricht dabei das Debakel um die geplante Asylunterkunft in Bettwil an. Doch Hochuli sagt: «Der schlimmste Moment war, als in der zweiten Beratung im Grossen Rat die Kinderbetreuungs-Vorlage bachab ging.» Bettwil sei nicht so schlimm gewesen, wie es ausgesehen habe. Das Departement sei ihr Wunschdepartement und man wisse halt nie, was passiere.

Damals hätte sie gesagt, man müsse sich solidarisch zeigen; «das ist doch illusorisch, vor allem in dieser Frage», sagte Schawinski. Beinahe streiten sie sich ein wenig darum, ob der Wunsch nach Solidarität verklärt sei oder nicht. Irgendwann sagt Schawinski «gut» und wechselt das Thema.

«Warum sind sie Regierungsrätin geworden?» «Weil ich kandidiert habe und gewählt worden bin», antwortet Hochuli keck.

Es ging in der Sendung auch um die Auflagen bei der Asylunterkunft Bremgarten und dass Hochuli bei sich zu Hause eine Mutter mit zwei Kindern aus Angola aufgenommen hatte.

Schawinski fragte, warum sie keine asylsuchende Männer bei sich zu Hause aufgenommen habe. «Stellen sie sich vor, wie die Diskussion verlaufen würde, hätte ich drei Nordafrikaner aufgenommen», sagte sie.

Doch damit habe sie sich für die einfachere Variante entschieden. Und sie sagt:«Bei mir an der Eingangstüre ist ein Schild <Männerfreie Zone> (...) die cleveren Männer nehmen die Hintertüre.» Da könne ein Mann reinkommen und mit ihr einen Kaffee trinken. Hochuli lädt danach Schawinski zu sich ein. «Ich war schon ein wenig perplex», sagt Schawinski im Nachhinein.

Und vor allem, weil Hochuli das Thema mit der Hintertüre noch ein paar Mal aufgegriffen hätte. «Es war fast so, als wolle sie mich anflirten. Aber vielleicht ist das bloss ihre Taktik, um männliche Interviewer weich zu kochen.»

Angesprochen auf die angebliche Affäre mit FDP-Präsident Philipp Müller, sagt Hochuli, er sei weder durch die Hintertüre noch durch die Vordertüre zu ihr nach Hause gekommen.