Polemik
Susanne Hochuli: Wenn Burkaverbot kommt, sollen sich auch «unappetitliche» Männer verhüllen

Noch-Regierungsrätin Susanne Hochuli ärgert sich über die Burkaverbots-Diskussion und dreht den Spiess um. Sie fordert in einer Polemik die Verhüllung von vorab im Sommer unästhetisch gekleideten Männern.

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Susanne Hochuli regt sich auf: über ein Burkaverbot und unappetitlich gekleidete Männer.

Susanne Hochuli regt sich auf: über ein Burkaverbot und unappetitlich gekleidete Männer.

Alex Spichale

Die Grüne Susanne Hochuli hält wie ihr linker Regierungsratskollege Urs Hofmann (SP) nichts von einem Burkaverbot in der Schweiz. Während der Justiz- und Polizeidirektor aber gleichzeitig betont, dass er das Tragen von Burkas für daneben hält und kein vernünftiger Mensch für das Tragen einer Burka sei, setzt Susanne Hochuli in der Burka-Diskussion einen andere Akzent.

In ihrer jüngsten "SonntagsZeitungs"-Kolumne empört sich Hochuli, dass sich ein "ebenso liberaler wie laizistischer Staat" wie die Schweiz auf diese Art und und Weise mit Kleiderregeln befasse. Das Burkaverbot sei eine "Scheindebatte". Man sage Burka, meine aber den Islam. Nach diesem ernsten Gedanken geht Hochuli in ihrer gewohnt spitz geschriebenen Kolumne in eine Polemik über und schreibt:

"Ich kehre die Sache um und sage: Viel gescheiter, als sich Gedanken darüber zu machen, womit sich Frauen nicht verhüllen dürfen, wäre das Nachdenken über zu wenig an Verhüllung. Ich finde es schrecklich, unästhetisch und unappetitlich, wie viele Menschen – Männer, ja sie vor allem – sich sommers der Öffentlichkeit darbieten. All die kurzen Hosen, all die Muskel-Shirts, all die spriessenden Haare, all die bleiche Haut – es ist ein Graus!"

Deshalb, so Hochulis Schlussforderung, stehe für sie fest: "Wenn ein Burkaverbot erlassen würde – was ich hochgradig daneben fände –, sollte aus hygienischen und ästhetischen Gründen auch ein Sommer-Männerdresscode erlassen werden.» Nacktwandern sei schliesslich auch verboten.

Dass sie mit diesem Bashing gegen "unappetitliche" Männer in erster Linie das Burkaverbot ad absurdum führen will, löst Hochuli am Schluss ihrer Polemik auf. Mit einem für eine linke Politikerin durchaus untypischen Gedanken: "Ja, wir haben es weit gebracht mit unserem Regulierungswillen.»