Reue ist etwas, das die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli nicht kennt. Zumindest bereut sie keine ihrer Entscheidungen. Und schon gar nicht jenen, ihr Amt als Regierungsrätin im Oktober abzugeben. 

Im Gegenteil gibt sich Hochuli im Interview mit der "Schweizer Illustrierten" locker und plaudert gar etwas aus dem Nähkästchen. 

Als Bub hätte sie Ueli geheissen. Also Ueli Hochuli. Und offenbar dankt die naturverbundene Grüne, dass aus ihr nie ein Junge wurde. Als Kind sei sie zappelig und anstrengend gewesen. Den Bewegungsdrang lebt die Biobäuerin gerne in ihrem Garten aus. Und davon haben auch ihre Mitarbeiter etwas. Diese beschenkte sie jüngst mit selber gepflückten Him- und Brombeeren aus dem eigenen Garten.

Ihre Zappeligkeit hofft sie nicht an ihre Tochter Kaja (23) weitervererbt zu haben. Im Interview sagt sie: "Ich bin jemand der gut zupacken kann. Das wünsche ich meiner Tochter auch. Gepaart mit ein wenig mehr Geduld." 

Bettwil, Arena, Giacobbo/Müller: die wichtigsten Momente von Regierungsrätin Susanne Hochuli im Bewegtbild.

Bettwil, Arena, Giacobbo/Müller: die wichtigsten Momente von Regierungsrätin Susanne Hochuli im Bewegtbild.

Auch die Erinnerung an den ersten Schulschatz verbindet die Aargauer Politikerin mit der Natur. Dem Ex-FCL-Spieler Stefan Marini hat sie damals ein Meersäuli geschenkt und ihm ihre Liebe gestanden.

Das wohl spontanste aber, das sie während ihrer Amtszeit tat, war nicht etwa die Aufnahme von zwei Flüchtlingsfamilien bei ihr auf dem Bauernhof, sondern wohl das Tattoo, dass sie dort trägt "wo die Schwerkraft bei der Frau nicht wirkt": am Fussgelenk. Gestochen hat sie es sich im Tatoo-Laden direkt neben dem Departement. Und zwar: "Panta rhei". Alles fliese und verändere sich, das passe zu ihr.

Wie sie ihre Zukunft gestalten will, weiss sie derzeit noch nicht genau. Dazu sagt sie gegenüber der "Schweizer Illustrierten": "Das überlege ich mir auf meiner 1000 Kilometer langen Wanderung an die Ostsee."