Kommentar
Susanne Hochuli siegt kampflos gegen die chancenlose SVP

Die SVP ist am Dienstag mit jener Vorlage gescheitert, mit der sie der grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli die Militärdirektion abnehmen wollte. Immerhin: Mit einem Schachzug ersparte Fraktionspräsident Andreas Glarner eine Peinlichkeit.

Fabian Hägler
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Der gestrige SVP-Angriff hat Susanne Hochuli an ihrem 49. Geburtstag nichts anhaben können.

Der gestrige SVP-Angriff hat Susanne Hochuli an ihrem 49. Geburtstag nichts anhaben können.

Alex Spichale

In den letzten Monaten hat sich die SVP regelrecht auf Susanne Hochuli eingeschossen. Bisher liess sich die grüne Regierungsrätin von der heftigen Kritik und von Rücktrittsforderungen nicht beeindrucken – Kommentar von Fabian Hägler:

Weder ihre teilweise unglücklichen Auftritte im Asylbereich noch die Unterstützung für die Gripen-Gegner konnten Hochuli bisher etwas anhaben.

Die SVP liess aber nicht locker und forderte, der Regierungsrätin müsse die Militärdirektion entzogen werden. Fraktionschef Andreas Glarner hoffte wohl auf bürgerliche Unterstützung. Doch rasch zeigte sich, dass dieser Vorstoss im Grossen Rat chancenlos bleiben würde.

Nicht einmal die FDP, die vor drei Jahren mit einem ähnlichen Versuch gescheitert war, wollte mitziehen. Spätestens, als der freisinnige Fraktionschef Daniel Heller in der az festhielt, Susanne Hochuli arbeite «ziel- und lösungsorientiert», muss Glarner klar geworden sein, dass dem SVP-Antrag eine deutliche Abfuhr drohte.

Andreas Glarner und die SVP müssen ausgerechnet wegen Susanne Hochuli eine Schlappe einstecken

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André Albrecht

Obwohl seine Partei offensichtlich auf verlorenem Posten stand, sparte Glarner gestern im Grossen Rat nicht mit Kritik an Hochuli. Die scheinbar programmierte Niederlage verhinderte der erfahrene Politiker mit dem Rückzug des Vorstosses in letzter Minute.

Damit war klar, dass Hochuli Militärdirektorin bleiben würde. Dennoch war der Rückzug kein Geschenk an Hochuli, die gestern ihren 49. Geburtstag feierte.

Mit diesem Schachzug ersparte Glarner seiner Partei nicht nur ein peinliches Abstimmungsresultat, sondern sorgte auch dafür, dass weder der Regierungsrat noch andere Parteien Hochuli verteidigen konnten. So blieb letztlich die SVP-Kritik an Susanne Hochuli im Raum stehen.

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