Susanne Hochuli stand während ihrer Amtszeit als Grünen-Regierungsrätin im Aargau unter Dauerbeschuss der SVP. Der damalige Fraktionschef und heutige Nationalrat Andreas Glarner kritisierte die Gesundheitsdirektorin im Parlament immer wieder scharf und forderte sie zum Rücktritt auf.

Es überrascht daher, dass Hochuli nun SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallati als geeigneten Regierungsratskandidaten benennt. Sie beweist damit, dass sie nicht nachtragend ist und ohne ideologische Brille entscheidet. Ihre Aussage, dass Yvonne Feri die Voraussetzungen für das Amt nicht mitbringt, kann für das linke Lager aber zur Belastung werden.

Vor dem zweiten und entscheidenden Wahlgang müssen sich SP und Grüne entscheiden, ob sie auf Yvonne Feri oder Hochulis Parteikollegen Severin Lüscher setzen. Nur wenn sie sich auf eine Kandidatur einigen, haben sie Chancen, den freien Sitz zu erobern. Ob dies gelingt, ist aber fraglich – und zwar aus Sicht beider Parteien.

Ob sich die Grünen voll hinter Feri stellen, wenn sie im ersten Wahlgang vorne liegt? Obwohl ihr Präsident Daniel Hölzle und ihre Alt-Regierungsrätin Susanne Hochuli von der SP-Frau nicht überzeugt sind? Ob die Sozialdemokraten Lüscher unterstützen? Obwohl sie durch die Aussagen der Grünen über Feri gekränkt sind? Finden sich die Parteien nicht, könnten SVP-Mann Gallati oder FDP-Frau Jeanine Glarner lachende Dritte sein.