Über 1000 Kilometer legte Susanne Hochuli zu Beginn des Jahres auf ihrem Fussmarsch an die Ostsee zurück. Was sie auf ihrer Wanderung besonders beeindruckte, war die Einsamkeit: «Nur wenig Leute waren unterwegs. Man war tagelang alleine, konnte sich mit niemandem unterhalten», schildert sie gegenüber Tele M1.

Ganz alleine war die ehemalige Aargauer Regierungsrätin dabei aber doch nicht. Begleitet wurde sie auf ihrem Weg von Hündin Mira. Gegen Ende der Reise hätten sie wohl beide genug von Hotelzimmern gehabt, so Hochuli.

Überhaupt sei die letzte Etappe die schwierigste gewesen. «Meine Beine wollten nicht mehr und mir wurde schlecht», schildert ehemalige Vorsteherin des Sozial- und Gesundheitsdepartements. «Dann realisierte ich: 'Hier ist jetzt fertig'!» Umso überwältigender sei nach der langen Wanderung die Ankunft am Meer gewesen.

Zeit zum Nachdenken

Auf ihrem Walz hatte Susanne Hochuli viel Zeit zum Nachdenken. «Oft kreisten die Gedanken um Leistung. Ich hatte das Gefühl, zu langsam unterwegs zu sein», verrät sie in der Sendung «Fokus» auf Tele M1. «Dann gab es auch Momente, in denen der Kopf völlig leer war und ich mir Gedanken über Dinge machte, über die ich früher kaum nachdachte – zum Beispiel der Umgang mit mir selbst, meinem Leben oder den Menschen um mich herum.»

Zur Politik habe sie ziemlich schnell Abstand gewonnen. «Ich habe mich mehr um meinen Garten gesorgt. So gesehen war es richtig, im Winter unterwegs zu sein.» Die Gedanken an jene Leute, mit denen sie als Politikerin zusammengearbeitet hat, hätten sie aber sehr wohl begleitet.

Jede Menge Projekte

Zurück im heimischen Reitnau, musste sie sich zuerst wieder zurechtfinden, erklärt Hochuli in der Sendung «Fokus» auf Tele M1. Geblieben sind bleibende Erlebnisse und Kontakte, welche die Ex-Regierungsrätin weiterhin pflegen will.

Zwischenzeitlich halten sie Reparaturarbeiten und die Hausaufgaben der Flüchtlingskinder, die bei ihr in Reitnau untergebracht sind, auf Trab. «Ich habe viele Projekte und führe viele Gespräche», sagt Hochuli ohne konkreter zu werden. «Eigentlich ist mein Tag genauso ausgefüllt wie früher als Regierungsrätin.» (cze)

Der komplette «Fokus»-Beitrag:

Susanne Hochuli ist zurück

Susanne Hochuli ist zurück

Von der Schweiz aus marschierte die Alt-Regierungsrätin zu Fuss bis an die Ostsee. Nun ist die 51-Jährige zurück mit vielen Erinnerungen im Gepäck.