Massnahmen gegen Hooligans

Super-League-Spiele wohl bald mit Hooligan-Auflagen

Hooligans in Aktion. (Symbolbild)

Hooligans in Aktion. (Symbolbild)

Der leidige Hooliganismus ruft nach neuen Gegenmassnahmen. Deshalb werden die Kantone ihr Konkordat «über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen» wohl verschärfen.

Der leidige Hooliganismus insbesondere an oder im Umfeld von immer mehr Fussball- und Eishockeyspielen der obersten Liga ruft nach neuen Gegenmassnahmen. Viel wurde bereits getan, doch es reicht nicht. Deshalb werden die Kantone ihr Konkordat «über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen» wohl verschärfen.

Die Aargauer Kantonsregierung sowie die grossrätliche Kommission für öffentliche Sicherheit stehen einem entsprechenden Entwurf grundsätzlich positiv gegenüber. Dies geht aus der Antwort der Regierung hervor. Sie antwortet gewiss auch in der Hoffnung, dass wenigstens der FC Aarau bald wieder in der Super League spielt.

Das soll ändern

Angesichts der Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit des Problems soll bei der Bekämpfung von Gewalt an Sportveranstaltungen nicht länger auf Eigenverantwortung und Freiwilligkeit gesetzt werden.

Der einzige Weg für die zuständigen Behörden, Einfluss auf Sicherheitskonzepte und Stadionordnungen zu nehmen, besteht «in der Einführung einer Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Ligen, die es ermöglicht, über Auflagen Einfluss auf jene Bereiche zu nehmen, welche bisher in der Verantwortung der Privaten liegen», wie Karin Keller-Sutter als Präsidentin der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) zu Beginn der Vernehmlassung schrieb.

Über Bewilligungspflichten und mögliche Auflagen (siehe Box) lassen sich sowohl die Anreisen vorschreiben als auch Identitätskontrollen einführen oder die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen in den Stadien festlegen. Um rasch Wirkung und eine einheitliche Haltung zu erzielen, soll der Weg der interkantonalen Gesetzgebung beschritten und das Konkordat angepasst werden. Das würde es Kantonen und Städten ersparen, je eigene Gesetzgebungen erlassen zu müssen.

«Griffiges Instrument gegen Gewalt»

Die Aargauer Regierung erachtet diesen Entwurf als eine gute Grundlage. In der von Landammann Urs Hofmann und Staatsschreiber Peter Grünenfelder unterzeichneten Vernehmlassungsantwort schreibt sie: «Insbesondere die vorgesehene Bewilligungspflicht und die Möglichkeit, die Bewilligung mit Auflagen zu verbinden, stellt ein griffiges Instrument dar, um die Gewalt bei Sportanlässen einzudämmen.»

Zudem werde so ein wirkungsvolles Mittel geschaffen, um die Veranstalter von Sportevents in Pflicht zu nehmen. Sie pocht aber darauf, dass auch Fussball-Cupspiele mit Beteiligung von mindestens einem Klub aus der Super League bewilligungspflichtig sein müssen. Unklar ist ihr, was gemeint ist, wenn laut Entwurf künftig auch gewalttätiges Verhalten im Vorfeld oder im Nachgang zu einer Sportveranstaltung als Straftat zählt.

Heisst das, ab Verlassen und dann wieder bis zum Betreten des Zuhauses der betreffenden Person? Hier will die Regierung eine genauere Definition.

Grundsätze zur Kostenbeteiligung

Darüber hinaus würde sie es begrüssen, wenn im Konkordat auch Grundsätze und/oder Minimalstandards zur Kostenbeteiligung der betroffenen Organisatoren an den Kosten der öffentlichen Hand aufgestellt würden. Die Regierung weiss, wovon sie schreibt. Je nach Super-League-Mannschaft zu Gast in Aarau waren in den letzten Jahren teilweise sehr grosse Polizeiaufgebote nötig. Gesamtschweizerisch sind an einem Spiel-Wochenende rund 900 Polizisten im Einsatz, was jeweils rund eine Million Franken kostet.

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