Der letzte Sommer war im Kanton Aargau gezeichnet von Stürmen. Es sah im Juni und Juli 2011 an einigen Orten aus, als wäre ein Tornado durch das Gebiet gezogen. Dutzende Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt und vom Himmel fielen eiergrosse Hagelkörner. Hauseigentümer, die von grösseren Schäden verschont blieben, konnten sich glücklich schätzen. Insgesamt gingen nach den Sommerstürmen 28000 Schadenmeldungen bei der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) ein. Die Stürme hatten Schäden in einer Summe von über 170 Millionen Franken angerichtet.

Für die AGV war das ein Rekordjahr – im negativen Sinne. Denn die Aargauische Gebäudeversicherung hatte im Laufe ihrer Geschichte weder jemals so viele Schäden noch eine so hohe Schadensumme aus einem Einzelereignis oder über das ganze Jahr gesehen zu verzeichnen.

Über 50 Millionen selber bezahlen

Rekordtag war der 23. Juli 2011. Damals gingen alleine 25000 Schadenmeldungen mit einer Schadensumme von über 150 Millionen bei der AGV ein. Obwohl der grösste Teil dieser Summe rückversichert ist, muss die AGV über 50 Millionen Franken selber tragen. Die AGV schloss damit das Geschäftsjahr 2011 insgesamt mit einem Verlust von 35,4 Millionen Franken ab. 2010 hatte die AGV noch einen Gewinn von 20,4 Millionen Franken ausgewiesen. Diese Veränderung entspricht einem Einbruch um minus 273,5 Prozent.

Noch extremer fällt der Vergleich bei den Elementarschäden der letzten beiden Jahre aus: 2010 hatten diese 2,4 Millionen Franken ausgemacht, im letzten Jahr waren es 172,2 Millionen. Das entspricht einer Steigerung um unglaubliche 7075 Prozent.

Prämien um 24 Prozent erhöht

Da die AGV in Zukunft mit mehr Elementarereignissen rechnen muss, sich die Schadenkosten immer mehr erhöhen und sich eine Teuerung im Rückversicherungsschutz ergeben hat, gab die AGV eine Prämientariferhöhung bekannt.

Die Prämie für die meisten Aargauer Haus- und Liegenschaftsbesitzer wurde im Oktober 2011 erstmals seit 30 Jahren aufgestockt. Im Schnitt beläuft sich die Erhöhung auf 24 Prozent. Trotz dieser Prämientariferhöhung bleibt die AGV nach eigener Aussage aber noch die fünftgünstigste aller 19 kantonalen Gebäudeversicherungen.