Bis heute müssen Stromversorger ihre Preise für das Jahr 2019 der ElCom, der unabhängigen staatlichen Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich, melden. Drei Versorger aus der Region Aargau West haben ihre Preise bereits veröffentlicht. Während die Eniwa AG (ehemals IBA) ihren Strompreis leicht (plus 0,2 Prozent) und die AEW Energie AG stark (plus 9 Prozent) erhöht, kann die EWS Energie AG den Preis senken (minus 12 Prozent). Das macht bei einem Durchschnittshaushalt (Beispiel H4: 4500 kWh/Jahr, 5-Zimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler, ohne Elektroboiler, exkl. MwSt) eine Differenz von über 175 Franken pro Jahr aus. Demnächst können die neuen Strompreise dank des Elcom-Rechners online verglichen werden.

911 Franken im Schnitt

Die AEW Energie AG, die als Direktversorgerin unter anderen die Gemeinden Unterkulm und Meisterschwanden mit Strom beliefert, führt die Entwicklung am Grosshandelsmarkt als Grund für die Erhöhung an. «Der Preis für Energie stieg am Grosshandelsmarkt in den letzten zwölf Monaten um 60 Prozent», heisst es in ihrer Medienmitteilung. Bereits in diesem Jahr nahm die AEW im Vergleich zum Vorjahr die grösste Preiserhöhung in der Region vor. Damals betrug die Erhöhung bei einem Durchschnittshaushalt rund 55 Franken. Bei der Erhöhung per 2019 um weitere 75 Franken beträgt die Rechnung pro Jahr für den Durchschnittshaushalt rund 911 Franken, was jedoch immer noch rund 27 Franken günstiger ist als der Strom der Eniwa.

«Geringfügiger Preisanstieg»

«Aufgrund von Mehrinvestitionen im Netzunterhalt führen die höheren Netznutzungskosten zu einem geringfügigen Preisanstieg», schreibt die Eniwa AG. 2018 lieferte die Direktversorgerin von Aarau und den 17 Gemeinden rund um die Kantonshauptstadt mit einem Betrag von 936 Franken bereits den teuersten Strom in der Region Aargau West. 2019 werden es nochmals rund 2 Franken mehr sein. Die Eniwa begründet den Preisunterschied mit dem Strombeschaffungsmix: Sie setzt auf 100 Prozent erneuerbaren Strom «Wasserkraft Schweiz». Dies ist auch bei der AEW der Fall.

Grundpreis wird abgeschafft

Auf eine Preissenkung können sich hingegen die Kunden der EWS Energie AG freuen. Sie liefert den Strom etwa für Reinach und Gontenschwil. Sie vermeldet eine Preissenkung von 92 Franken pro Jahr. Einerseits schafft die EWS den Grundpreis von 10 Franken pro Monat ab, andererseits habe sie bei der Strombeschaffung in drei Tranchen über die letzen drei Jahre eine erfolgreiche Strategie verfolgt, wie Geschäftsführer Christian Gerber erklärt.